Bombenbauer erhielt in Deutschland Betreuer mit Kontakt zu Salafisten

Koran-Verteilaktion

Bei der Betreuung eines 13-jährigen mutmaßlichen Bombenbauers mit islamistischem Hintergrund ist ausgerechnet ein Psychologe mit Kontakten zur salafistischen Szene eingestellt worden. Zu den Hinweisen auf islamistische Betätigung, die sich bei einer Sicherheitsüberprüfung ergaben, sagte die Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Jugendministerium, Christiane Rohleder: "Wir waren absolut schockiert über diese Nachricht".

Bei dem Mann handelt es sich laut "Report Mainz" um einen 30-jährigen Psychologen aus Baden-Württemberg, der im Internet verbreiteten Filmaufnahmen als Ordner bei einer Kundgebung von Salafisten-Predigern vom März 2014 in Mannheim zu sehen war.

Der Jugendliche hatte Mitte Dezember vergangenen Jahres versucht, eine Bombe am Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen abzulegen. Er wurde danach zunächst in eine geschlossene Einrichtung gebracht. Seit dem 5. April befindet er sich in Obhut eines Jugendhilfe-Trägers an einem sicheren Ort außerhalb von Ludwigshafen. Er war im Schichtdienst als einer von zwei Betreuern mit psychologischer Ausbildung eingesetzt, daneben waren noch fünf pädagogische Betreuer für den Jugendlichen im Einsatz. Sein Amt geht nicht davon aus, dass das Ziel der Betreuung - die Deradikalisierung des Jungen - durch den Kontakt mit dem jetzt entlassenen Psychologen in Frage gestellt sei. Dabei hätten auch Polizeidienststellen und Nachrichtendienste aus Hessen und Bayern Erkenntnisse geliefert, sagte der Präsident des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamtes (LKA), Johannes Kunz. "Da geht es um Mitwirkung bei salafistischen Propagandaaktionen". Zudem habe der Mann Kontakte in eine Moschee aus der salafistischen Szene gehabt und sei zuvor auch schon "allgemein kriminell" aufgefallen. Auch soll er 2013 an einer "Lies"-Aktion teilgenommen haben, bei der Koran-Ausgaben an Passanten verteilt wurden". Allerdings gebe es keine Anhaltspunkte, dass der Psychologe Straftaten geplant haben könnte.

Die zusätzliche Sicherheitsprüfung der Betreuer des 13-Jährigen - ergänzend zum erweiterten polizeilichen Führungszeugnis - wurde nach Angaben des Jugendministeriums beschlossen, nachdem das Konzept für die Unterbringung und Betreuung des Jugendlichen feststand.

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