Google spart 1,15 Milliarden Euro Steuern in Frankreich - vorerst

Google erringt Sieg im milliardenschweren Steuerstreit in Frankreich

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat Apple zu einer Steuernachzahlung von 13 Milliarden Dollar verdonnert. Doch steht der Sieg einer Reihe herber Niederlagen entgegen. Der US-Internetkonzern muss die satte Milliarde an Steuern wohl nicht nachzahlen, die der französische Fiskus von ihm gefordert hatte. Anzeigen, die französische Firmen in Frankreich bei Google oder Youtube schalten, werden juristisch vom Google-Hauptquartier in Dublin verkauft. Das Gericht beschloss, dass die irische Tochtergesellschaft des US-Konzerns Ireland Limited keinen steuerlichen Wohnsitz in Frankreich im Zeitraum von 2005 bis 2010 hatte, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Deshalb sei es legitim gewesen, auf die Erlöse in Frankreich kaum Steuern zu zahlen. Nach dem Urteil vom Mittwoch kündigte die französische Regierung an, sie prüfe, in Berufung zu gehen.

Frankreichs oberste Steuerbehörde hatte bereits 2012 für die besagten sechs Jahre Nachforderungen gestellt, die sich letztendlich auf 1,12 Milliarden Euro beliefen. In Italien willigte das Internetunternehmen ein, eine Geldstrafe von mehr als 306 Millionen Euro zu zahlen. Die französische Google-Tochter in Paris hat dabei angeblich nur beratende Funktion - obwohl dort 700 Menschen angestellt sind, die auch die Werbeanzeigen bearbeiten.

Diese Google-Mitarbeiter in Paris hätten aber keine eigene Entscheidungsgewalt, urteilte das Gericht, weil sie die Anzeigen nicht ohne Freigabe aus Dublin online stellen könnten. Die Konzerne beteuern stets, es handle sich um legale Methoden zur Steueroptimierung. Behörden verdächtigen die Konzerne aber, über komplizierte Finanzströme ihre Gewinne in Ländern mit höheren Steuern - wie beispielsweise Frankreich - künstlich kleinzurechnen. In Irland mit seinem niedrigen Steuersatz hat Google seinen Europasitz.

Related:

Comments

Latest news

Inflation steigt im Juni auf 1,6 Prozent
Ohne Berücksichtigung der Preise für Strom, Heizöl, Benzin und Diesel hätte die Inflationsrate bei 1,8 Prozent gelegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

Filmstar Shia LaBeouf erneut festgenommen
Es soll bereits morgens um 4 Uhr gewesen sein, als US-Schauspieler Shia LaBeouf nach einem Ausraster festegenommen wurde. Der Polizist habe ihn zum Weitergehen aufgefordert, daraufhin sei LaBeouf aggressiv geworden, hiess es weiter.

Weltweiter PC-Markt mit niedrigstem Absatz seit zehn Jahren
Mit einem Marktanteil in Höhe von 20,8 Prozent liegt der Konzern damit knapp vor Lenovo (Marktanteil 19,9 Prozent). An der Spitze des PC-Marktes konnte HP den Vorsprung zur ehemals langjährigen Nummer eins Lenovo noch ausbauen.

Harrison Ford wird 75
Als "Indiana Jones", "Blade Runner" und US-Präsident James Marshall in "Air Force One" wurde er zur Schauspiellegende. So kehrte er 2015 in die "Star Wars"-Reihe zurück und jagte als gealterter Han Solo noch einmal durch die Galaxis".

Bericht: Autoverbände weltweit protestieren gegen Elektroautoquote
Folglich zeigen sich die Verbände "hoch besorgt" über die geplanten Strafen für das Nichterfüllen der Quote. Elektroautoparade in China: die Regierung will dort eine Quote zum Produktion von Elektroautos einführen.

Other news