Gender-Studie: Männer dominieren TV-Bildschirme

Die Schauspielerin Maria Furtwängler hat die Untersuchung über Geschlechterdarstellungen in den audiovisuellen Medien initiiert. Die Zahlen belegen was ihr schon länger schwante Frauen über 50 kommen in Fiktion wie Information kaum vor

"Weil ich wie so viele den Eindruck und das Gefühl hatte, dass es eine Schieflage in der Präsenz und Rolle von Frauen in den Medien gibt", sagt Furtwängler. Von wegen. In der deutschen Kino- und Fernsehlandschaft ist das weibliche Geschlecht extrem unterrepräsentiert, wie eine neue Studie jetzt zeigt.

Laut der Studie kommen Frauen in deutschen audiovisuellen Medien seltener vor.

Auch das Alter von Frauen und Männern in Kino und Fernsehen wurde unter die Lupe genommen. Die Zeichnerin Alison Bechdel sagt, die Idee habe sie von ihrer Freundin Liz Wallace übernommen, aber nur ihr Name ist haften geblieben: Bis heute wird der Bechdel-Test herangezogen, wenn es darum geht zu untersuchen, wie viel Raum Frauen in Filmen eingeräumt wird. Eine starke Schieflage gibt es auch bei den gezeigten JournalistInnen, von denen 64 Prozent Männer und nur 36 Prozent Frauen sind.

Die Studie "Audiovisuelle Diversität?". Unter der Leitung von Elizabeth Prommer vom Institut für Medienforschung an der Universität Rostock wurde schließlich die "umfassendste Studie über Geschlechterdarstellungen in deutschen TV- und Kinoproduktionen" durchgeführt, wie es vonseiten der Universität heißt. Außer dem Kinderfernsehen wurden keine Spartensender, wie Sport- oder Nachrichtenkanäle, berücksichtigt. Einig waren sich alle Verantwortlichen, dass hinter den Kulissen, bei den Sendern und in den Produktionsfirmen ebenfalls noch Luft nach oben sei, was die Gleichstellung angeht. Er bezog sich dabei insbesondere auf den signifikanten Überhang an männlichen Experten. Männer dagegen können sich in verschiedenen Rollen entfalten und über vielfältigere Themen als Frauen parlieren. Einzige Ausnahme: Telenovelas und Daily Soaps sind repräsentativ für die reale Geschlechterverteilung: 51 Prozent Frauen, 49 Prozent Männer. Das allerdings nur, wenn die Frauen nicht älter als 30 Jahre sind.

Weiter stellte die Rostocker Medienforscher eine Alterslücke fest: So würden vor allem junge Frauen in Film und Fernsehen dargestellt. Ab Mitte 30 kämen auf eine Frau zwei Männer.

Zudem sind Frauen in den eigentlich besten Jahren hier vor allem auf unvorteilhafte Rollen beschränkt wie beispielsweise die der betrogenen Ehefrau oder der Oma.

Ganz krass läuft es im Kinderfernsehen. Im Kinderfernsehen erklären Männer die Welt, die Moderatoren sind zu zwei Dritteln männlich, auf eine weibliche Tierfigur kommen neun männliche. Eine schöne Frau sitzt als Moderatorin zwischen vier Männern und lässt sich von ihnen das Weltgeschehen rund um den G20-Gipfel erklären.

Geht es um imaginäre Figuren und Fantasie, so ist dieser Möglichkeitsraum fast ausschließlich durch Jungen/Männer besetzt. Ein Beispiel ist der der Zeichentrickfilm "Yakari und sein kleiner Freund Donner", in dem ein Indianerjunge mit seinem Pferd sprechen kann. Die Hauptakteure sind meistens Männer, in Quizsendungen sind selbst die Hintergrundstimmen überdurchschnittlich oft männlich. Demnach kommt über alle Fernsehprogramme hinweg nur eine weibliche Darstellerin auf zwei männliche Darsteller. Indessen geben Männer überall ihre Expertisen ab: In der TV-Information bestehen die befragten ExpertInnen zu 79 Prozent aus Männern. Und wie bewertet Maria Furtwängler die Ergebnisse?

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