Kronzeuge gegen die Fifa: Fußballfunktionär Chuck Blazer gestorben

Chuck Blazer

Als Informant wider Willen erlangt er im Fifa-Korruptionsskandal zweifelhafte Berühmtheit.

Charles Gordon Blazer, genannt Chuck, entschied sich fürs Auspacken, brachte als Kronzeuge viele Verfahren ins Rollen und sorgte damit auch für das Ende der Ära von FIFA-Präsident Joseph Blatter. Zuvor war der US-Amerikaner zwischen 1990 und 2011 Generalsekretär des Kontinentalverbandes von Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik (Concacaf). Dennoch wurde weiter gegen ihn ermittelt, auch innerhalb der FIFA, die ihn 2015 auf Lebenszeit sperrte. Über seine Todesursache ist aber bislang noch nichts bekannt. Erst war er einer der Verbrecher, die unter der Fifa-Herrschaft von Sepp Blatter die Hand aufhielten, dann schwärzte er zahlreiche Funktionäre an.

Der schon länger an Darmkrebs erkrankte Amerikaner gehörte als Mitglied der Exekutive von 1996 bis 2013 jenem exklusiven FIFA-Zirkel an, der die Weltmeisterschaften vergab. Das soll der Anteil an den Geldflüssen sein, den er sich privat abgezweigt hat. Blazer gestand später die Annahme von Schmiergeldern vor den WM-Turnieren 1998 und 2010. Damals hielt das FBI die brisanten Erkenntnisse noch geheim, um weitere Ermittlungen nicht zu gefährden.

Als "Whistleblower" hat Chuck Blazer eine bedeutende Rolle im Skandal um den Fußball-Weltverband gespielt. 2012 geriet Blazer ins Visier des FBI, fortan kooperierte er mit den US-Behörden und bespitzelte angeblich andere Funktionäre. Und er erklärte sich bereit, als Spion zu dienen.

Die Folgen: Razzien und Festnahmen. Sepp Blatter musste sein Amt aufgeben und auch Uefa-Präsident Michel Platini musste gehen.

In den vergangenen Jahren lebte Blazer zurückgezogen, soll den Ermittlern immer wieder geholfen haben. Im Trump Tower in New York hatte er ein Apartment - und eines für seine Katzen.

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