Attentäter ersticht Deutsche in Hurghada

Strand Hurghada Ägypten dpa

Sie kommen aus Niedersachsen, bestätigte das dortige Innenministerium. "Dieser Typ ist rübergeschwommen und hat die zwei deutschen Frauen erstochen", sagt ein Manager des Hotels Zahabia im Zentrum Hurghadas. "Es ist immer wieder unbegreiflich, warum Täter derart sinnlose Gewalttaten gegenüber friedlichen Menschen ausüben". "Mein tiefes Beileid den Familien der Ermordeten", hieß es weiter. Er gehe davon aus, dass die ägyptischen Behörden alles Notwendige unternehmen.

Am Samstagmorgen bestätigte das Auswärtige Amt in Berlin den Tod der zwei Deutschen.

Das Auswärtige Amt geht von einem gezielten Angriff auf Touristen aus: "Nach allem, was wir wissen, sollte die Tat ausländische Touristen treffen - ein besonders hinterhältiger und verbrecherischer Akt, der uns traurig, bestürzt und wütend zurücklässt".

Demnach seien Mitarbeiter der Deutschen Botschaft in Kairo vor Ort und stünden mit den ägyptischen Behörden in Kontakt.

Zuvor wurde berichtet, dass der Messer-Angreifer, der am Freitag in einem Hotel im ägyptischen Hurghada mindestens vier Menschen verletzt und zwei deutsche Frauen getötet hat, im Auftrag der Terrormiliz Daesh (auch "Islamischer Staat", IS) gehandelt haben soll. Wie das Innenministerium mitteilte, handelte es sich bei den Opfern um Touristinnen mit unterschiedlichen Nationalitäten. Die Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar. Doch die Informationen, die aus Sicherheitskreisen in Kairo verlauten, legen nahe, dass der Messerstecher von der Terrormilz Islamischer Staat (IS) mit der Bluttat beauftragt worden sein. Eine offizielle Bestätigung für diese Angaben gab es zunächst nicht. Der Ägypter habe bisher keine Vorstrafen gehabt, meldete die Zeitung "Al-Masry al-Youm" am Samstag unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Abdel Rahman stammt aus dem Nil-Delta im Norden des Landes, fast 700 Kilometer von Hurghada entfernt. In seinem Heimatort habe er einen gute Ruf, zitiert das Blatt einen Verantwortlichen aus dem Sicherheitsapparat.

Die zwei in Hurghada erstochenen Frauen stammen aus Niedersachsen. Später bestätigt sie der Nachrichtenagentur dpa den Ablauf. Bislang hat sich auch noch niemand zu der Tat bekannt.

Der Staatliche Informationsdienst hebt auch hervor, dass die Gewalt gegen Touristen in Ägypten in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sei.

Vor zwei Jahren stürzte eine russische Passagiermaschine kurz nach dem Start aus dem Ferienort Scharm el Scheich über der Sinai-Halbinsel ab.

Kurz vor der Attacke auf die Urlauber in Hurghada hatte es in der Nähe der Hauptstadt Kairo noch einen weiteren Zwischenfall gegeben. Unter anderem sollen sie den Tatort besichtigen und die Rückführung der Leichen in die Wege leiten. Als der Angreifer wieder zurück ins Wasser fliehen wollte, überwältigten ihn hoteleigene Sicherheitskräfte. Dort sei er von Sicherheitsleuten und Gästen überwältigt worden.

Fotos im Internet zeigten, wie der überwältigte Angreifer auf einem Karren liegend durch den Garten einer Hotelanlage gezogen wurde. Wer der Mann ist und was ihn zu der Tat bewegte, war auch Stunden nach dem Vorfall noch offen. Auf einem anderen Foto, das ägyptische Medien verbreiteten, lag eine blutverschmierte Touristin mit Bikini und Sonnenbrille auf einem Sofa in einer Hotellobby. Außenminister Sigmar Gabriel erklärte über Twitter: "Ich bin sehr bestürzt über dieses feige Verbrechen". Auch die Identität der verletzten Urlauber ist noch nicht endgültig klar.

Über die Herkunft der Opfer herrschte erst einmal Verwirrung.

Die Agentur Interfax berichtete, eine russische Frau sei verletzt worden, und berief sich dabei auf das russische Konsulat. Sie schwebe nicht in Lebensgefahr.

Er hatte ein Messer dabei, das er kurz nach seiner Ankunft am Morgen in Hurghada gekauft hatte. Das schwerste Attentat gegen Urlauber war ein Bombenanschlag auf einen russischen Ferienflieger im Herbst 2015, bei deme 224 Menschen starben. Der Badeort ist vor allem für seine durchgängig warmen Temperaturen und die faszinierende Unterwasserwelt bekannt, weshalb Hurghada als wichtigstes Ziel für Tauchurlauber am Roten Meer gilt.

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