Große Beteiligung an symbolischem Anti-Maduro-Referendum in Venezuela

An der Volksbefragung gegen die neue Verfassung haben mehrere Millionen Venezolaner teilgenommen

Noch bevor die Stimmen ausgezählt waren, präsentierte sich Maduro im Staatsfernsehen und machte abermals die Opposition für die Gewalt im Land verantwortlich.

Die Opposition in Venezuela hat fünf ehemalige lateinamerikanische Präsidenten als internationale Beobachter ihres für Sonntag geplanten symbolischen Referendums gegen eine verfassunggebende Versammlung eingeladen. Rund 6,5 Millionen Menschen stimmten demnach in Venezuela ab, mehr als 690.000 Venezolaner im Ausland. Mehr als zwanzig Millionen Menschen waren im erdölreichsten Land der Welt aufgerufen, über die umstrittene Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung abzustimmen. Die Abstimmung sei ein Wendepunkt "in diesem Kampf zur Rückgewinnung der Demokratie in Venezuela", sagte Parlamentspräsident Julio Borges. Die Opposition hat im Parlament die Mehrheit. Tausende Menschen stellten sich am Sonntag vor den Abgabestellen an, schwenkten venezolanische Flaggen und skandierten "Freiheit".

Maduro hat das Referendum als illegal und bedeutungslos bezeichnet. Der 54-Jährige wirbt weiter für Unterstützung seines Vorhabens, am 30. Juli für einen neuen Kongress zu stimmen, der die Verfassung ändern und staatliche Institutionen auflösen kann. Es hat bisher viel Kritik im Inland ausgelöst - ohnehin schon bestehende Proteste gegen die sozialistische Regierung haben sich noch verschärft. Medienberichten zufolge wurden im Stadtteil Catia in Caracas Bürger von regierungsnahen bewaffneten Milizen, sogenannten "Colectivos", angegriffen. Filmaufnahmen aus dem traditionell regierungstreuen Vorort zeigten in Panik rennende Menschen, als Biker an ihnen vorbeifuhren. Zudem waren Schüsse zu hören. Drei weitere seien verletzt worden, wie die Staatsanwaltschaft in Caracas am Sonntag auf Twitter mitteilte. Es seien Ermittlungen eingeleitet worden. "Ich rufe die Opposition auf, zum Frieden zurückzukehren, die Verfassung zu respektieren, sich hinzusetzen und zu reden", sagte er. "Lasst uns eine neue Gesprächsrunde, einen Dialog des Friedens, beginnen".

Die Regierung erkennt die Wahl nicht an. Sie nahmen an einer Probeabstimmung für die Wahl am 30. Juli teil, mit der die Zusammensetzung der verfassungsgebenden Versammlung bestimmt werden soll.

Die Opposition hatte die Volksabstimmung aus Protest organisiert.

Die Opposition verlangt seit Monaten eine Vorziehung der Präsidentschaftswahl und Maßnahmen gegen die Wirtschaftskrise. Außerdem fordert sie die Freilassung Hunderter inhaftierter Regierungskritiker. Seit Anfang April gibt es beinahe täglich Proteste gegen die Regierung.

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