WLAN-Nutzer verpflichten sich zum Toilettenputzen

Weichselbraun

Bei jeder Zustimmung wird ein Vertrag abgeschlossen.

Diese Experimente scheinen zwar lustig, aber wollen ein ernstes Thema behandeln: Im Ernstfall stimmt man Dingen zu, die für mehrere Jahre gültig sein können. In den AGB verpflichteten sich Kunden zu 1.000 Stunden gemeinnütziger Arbeit, wie Kaugummis vom Gehweg kratzen, Abwasserrohre reinigen, streunende Tiere umarmen, Schneckenhäuser bemalen oder Festivaltoiletten putzen. 22 000 Briten waren es. Für viele sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen einfach zu lang und unverständlich. Die Aktion soll zeigen, wie nachsichtig Menschen mit den AGB umgehen. Das Unternehmen will die Nutzer aber nicht dazu zwingen, die Arbeiten zu erledigen. Kaum einer würde sich Gedanken machen, mit was er sich gerade einverstanden erklärt.

In Manchester muss das Verhalten der Internetnutzer ähnlich sein: Anders ist es nicht zu erklären, dass innerhalb von zwei Wochen 22 000 Menschen angaben, 41,7 Tage lang Festival-Toiletten schrubben zu wollen.

Eine Aktion des britischen Internetanbieters "Purple" soll jetzt darauf aufmerksam machen, wie falsch das ist. "Unser Experiment hat gezeigt, wie einfach es ist, eine Box anzuklicken und damit irgendetwas Unfaires anzunehmen", so Purple CEO Gavin Wheeldon über das Experiment.

Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Sechs Briten waren dazu bereit, auf ihre Ältesten zu verzichten.

Viele Menschen akzeptieren die Allgemeinen Geschäftsbedingungen beim Online-Shopping oder öffentlichen Gratis-WLAN, obwohl sie sie gar nicht durchgelesen haben. Dagegen sind Sätze von Thomas Mann kurz. Wer ein iPhone nutzt und wissen möchte, welchen Vertrag er damit mit Apple abschließt, müsste 21 586 Wörter lesen. Das entspricht etwa 14 DIN A4-Seiten.

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