Krankenhausreport sieht Mängel bei Versorgung alter Patienten

Senioren im Krankenhaus

Der Barmer-Vorstandsvorsitzende Christoph Straub beklagte einer Mitteilung zufolge bei der Vorstellung des Berichts in Berlin, dass im Kliniksystem ältere Patienten nicht immer optimal versorgt würden. "Da sieht man eben, wie schnell Deutschland altert", ist die achselzuckende Reaktion vieler Klinikbesucher. Das geht aus dem aktuellen Krankenhausreport der Barmer-Ersatzkasse hervor, der in Berlin vorgestellt wurde. Die Zahl der Betten in diesen Fachabteilungen, so Boris Augurzky, Gesundheitsexperte vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), sei von 2006 bis 2015 um 55 Prozent gestiegen, von 11.000 auf 16.000. Ihre Zahl stieg zwischen 2006 und 2015 von 79 600 auf 222 600.

Nach Einschätzung der Deutschen Stiftung Patientenschutz sind die 2.000 Kliniken auf die wachsende Zahl älterer Patienten bisher kaum vorbereitet.

Die Barmer kritisierte in diesem Zusammenhang die Versorgung der Patienten.

Besonders häufig blieben die Patienten für diese sogenannte geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung, zu der etwa der Muskel- und Knochenaufbau bei Bettlägerigen zählt, 14 Tage im Krankenhaus, weil die Kliniken dann die volle Pauschale für diese Reha abrechnen können. Parallel dazu sank der Anteil sowohl der siebentägigen als auch der 21-tägigen GFKB-Anwendungen deutlich. "Aus rein medizinischer Sicht darf man zumindest ein großes Fragezeichen hinter diese Praxis setzen", sagte Straub. Er fordert von der Politik eine Änderung der Vergütung. Nur so sei sicherzustellen, dass sich die Dauer der Behandlung nach dem Bedarf des Patienten und nicht nach dem "Geldbedarf" der Klinik richtet.

Noch schwerer wiegt, dass die Heilungschancen bei einer frühzeitigen Reha durchweg besser sind. Nach einer geriatrischen Komplexbehandlung im Klinikum, mit der sie eigentlich wieder alltagsfit gemacht werden sollten, landeten 47 Prozent der Oberschenkelhalsbruch-Patienten in der Pflegebedürftigkeit, heißt es in der Studie. Bessere Heilungschancen gibt es außerdem, wenn man in einer großen Klinik mit mehr als fünf Fachabteilungen behandelt wird. So sei das Risiko, im Anschluss an ein Pflegeheim überwiesen zu werden, um sechs Prozentpunkte geringer, wenn die Betroffenen in einer großen anstatt einer kleineren Klinik behandelt werden. Die Krankenkasse empfiehlt, Geriatrie-Patienten nach Möglichkeit an größeren, multidisziplinär aufgestellten Krankenhäusern zu behandeln. "Dort haben sie bessere Chancen, wieder auf die Beine zu kommen, um noch lange in ihren eigenen vier Wänden leben zu dürfen", sagt Augurzky.

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