Viktor Orbán verurteilt Mitwirkung Ungarns am Holocaust

Benjamin Netanyahu

"Ungarn hat ein Verbrechen begangen, als es, anstelle die jüdische Gemeinschaft zu verteidigen, mit den Nazis kollaboriert hat", sagte der rechts-konservative Politiker in Budapest auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu.

Zugleich zog Orbán Parallelen zwischen der Bedrohungssituation Israels und einer Gefährdung Ungarns durch "Migranten" aus den nahöstlichen Konfliktgebieten: "Die ungarische Regierung hat klargemacht, dass sie Israels Recht auf Selbstverteidigung anerkennt".

"Jede ungarische Regierung hat die Pflicht, all ihre Bürger zu schützen, unabhängig von ihrem Erbe", sagte Orban. Im Zweiten Weltkrieg habe sich Ungarn nicht daran gehalten. Er habe gegenüber Netanyahu deutlich gemacht, dass so etwas nie wieder passieren dürfe.

Ungarische Behörden hatten unter dem damaligen Staatschef Miklos Horthy dabei geholfen, eine halbe Million ungarische Juden nach Auschwitz zu deportieren.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat heute einen historischen Besuch in Ungarn absolviert. Die meisten von ihnen kamen dort in den Gaskammern ums Leben.

Netanjahu war am Montag zu einem mehrtägigen offiziellen Besuch in Budapest eingetroffen.

Orbán, der seit 2010 in Ungarn regiert, äussert sich zum Holocaust in der Regel nicht so deutlich wie diesmal, als er die Nazi-Kollaboration unter Horthy ansprach. Kritiker werfen ihm sogar vor, geschichtsrevisionistische Ideologen und antisemitische Stimmungen zu fördern. Diese hatten den US-Milliardär George Soros, einen Förderer der liberalen Demokratie, mit antisemitischen Untertönen diffamiert. Seit Anfang Juli, als Ungarn den Vorsitz der Brüssel-kritischen Gruppe (V4) übernahm, bemüht sich Orbán, die Treffen der vier zu überregional relevanten Ereignissen aufzuwerten. Orbáns Regierung betonte, die Plakate richteten sich nicht gegen Soros' jüdische Religionszugehörigkeit, sondern dagegen, dass dieser die "Einwanderung" von "Migranten" nach Europa fördere.

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