Marcel Kittel gibt bei Tour de France auf

Mit fünf überragenden Tagessiegen begeisterte Marcel Kittel die deutschen Radsportfans

Grund dafür ist eine Verletzung an der Schulter, die er sich bei einem Sturz zu Beginn der heutigen 17. Etappe zugezogen hatte. "Ich komme fast in Urlaubsstimmung", sagte der Thüringer mit Blick auf den Swimmingpool des Hotels, in dem er mit seiner Mannschaft logierte. Auch Teamsprecher Alessandro Tegner gab leichte Entwarnung: "Marcel ist schwer gestürzt, aber hat offensichtlich nichts gebrochen". Der 29-Jährige vom Quick-Step-Team war am Mittwoch bereits nach wenigen Kilometern in einen Sturz mit mehreren Fahrern verwickelt worden.

Auch als Kittel sich am rechten Arm einen Verband von Tour-Ärztin Florence Pommerie anlegen ließ, wirkte die Situation noch so, als könne sich der Arnstädter davon erholen. Zuvor ist noch mit dem Col de la Croix de Fer ein weiterer Berg der Ehrenkategorie zu meistern. Doch die Schmerzen waren zu groß.

Kittel quälte sich zwar noch für einige Kilometer über die Berge, aber das Ziel war für ihn nicht mehr zu erreichen.

Zu der Zeit war der spätere Tagessieger Primoz Roglic bereits auf dem Weg zu seinem größten Coup.

Dabei wird das Dach der Tour passiert, wenn der 2642 Meter hohe Col du Galibier überquert wird.

Hinter Roglic ging der Schlagabtausch der Favoriten in die heiße Phase. "Es ist eine Riesenenttäuschung - immer noch", erklärte er Abend der 17. Etappe nach Serre Chevalier vor seinem Mannschaftshotel, dem letzten Abend für ihn bei dieser Tour.

So spannend wie dieses Jahr war die Tour de France schon lange nicht. Vierter ist neu der Italiener Fabio Aru (0:53 zurück), der am Galibier bei einer Tempoverschärfung von Bardet nicht mehr mithalten konnte und in der Gesamtwertung zwei Ränge einbüsste. Der Kolumbianer Rigoberto Uran hat 29 Sekunden Rückstand auf den Titelverteidiger, der das Geschehen auf dem zweiten Teilstück durch die Alpen stets im Griff hatte. Der Deutsche, der die Sprints bislang dominiert hat, schafft es nicht bis nach Paris. Wie der Slowake, der fünf Mal grün gewann, ist er aber ein kletterstarker Sprinter, der auch dann Punkte holen kann, wenn die reinen Kraftsprinter bereits im Gruppetto sind.

Nach dem kontroversen Ausschluss von Sagan durch eine Jury-Entscheidung nach der 4. Etappe und dem Sturz von Mark Cavendish (Dimension Data) war sie unverhofft jedoch da, die große Chance auf das Grüne Trikot - als erster Deutscher seit Erik Zabel 2001.

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