Wieder Verletzte bei Zusammenstößen in Jerusalemer Altstadt

Nach Unruhen schloss Israel Tempelberg für Besucher

Die Einsatzkräfte seien in erhöhte Bereitschaft versetzt worden. Der Zugang zur Altstadt und zum Tempelberg sei nur Männern ab dem Alter von 50 Jahren sowie allen Frauen gestattet, wurde mitgeteilt.

Nach den Freitagsgebeten kam es erneut zu Unruhen. Nur Männer über 50 Jahre und Frauen jeden Alters sollten Zutritt haben, teilte ein israelischer Polizeisprecher mit.

Jerusalem. Bei Konfrontationen mit israelischen Sicherheitskräften nach den Freitagsgebeten auf dem Tempelberg in Jerusalem sind mindestens 20 Palästinenser verletzt worden.

Palästinensische Vertreter haben Muslime dazu aufgerufen, am Freitag in Massen zum Gebet auf dem Tempelberg zu kommen. Auch hochrangige Muslime riefen für die heutigen Mittagsgebete zu Massenprotesten auf. Stellenweise setzte die Polizei Blendgranaten ein. Als Reaktion hatte Israel den Zugang zum Tempelberg ohne Rücksprache mit der muslimischen Frommen Stiftung (Wakf) zunächst geschlossen. 37 Personen seien durch die Gummigeschosse verletzt worden, darunter drei ernsthaft, teilten Sanitäter des Roten Halbmonds mit.

Hintergrund der angespannten Lage sind verschärfte Sicherheitskontrollen für Muslime am Tempelberg. Anschließend wurden sie selbst getötet. Israels Armee hat für den Fall neuer Gewalt fünf zusätzliche Bataillone in Alarmbereitschaft versetzt.

Die Detektoren sollen nach einem Beschluss des israelischen Sicherheitskabinetts vorerst nicht abgebaut werden. Die Kontrollen mit Metalldetektoren, die von den Palästinensern abgelehnt werden, hatte Israel am Sonntag nach einem blutigen Attentat eingeführt. Man wolle Freitagsgebete ermöglichen, aber gleichzeitig die Sicherheit gewährleisten. Etwa 3.000 Polizisten und Grenzpolizisten sind in der Gegend im Einsatz.

Der Tempelberg (Arabisch: Al-Haram Al-Scharif) ist das drittwichtigste Heiligtum des Islams nach Mekka und Medina. Viele Palästinenser weigerten sich seitdem, die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg zu betreten. Diese verwaltet die jüdischen und muslimischen Gläubigen gleichermaßen heilige Stätte. An ihm befindet sich auch die jüdische Klagemauer, einziger Überrest des von den Römern im Jahr 70 zerstörten Zweiten Jüdischen Tempels. Der Streit über die Besuchsrechte, also wer den Hügel betreten und dort beten darf, hatte schon in der Vergangenheit zu Spannungen und Gewalt geführt. Die Palästinenser werfen Israel vor, es wolle mehr Kontrolle über die heilige Stätte erlangen, Israel weist dies jedoch zurück.

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