Daimler legt gute Zahlen vor und schweigt zu Kartell-Vorwürfen

Mercedes-Benz-Stern

"Wir sind gut beraten, uns nicht an Spekulationen zu beteiligen", lautete der knappe Kommentar von Vorstandschef Dieter Zetsche. Sowohl Umsatz als auch Gewinn stiegen im zweiten Quartal.

Stuttgart - Daimler verkauft aktuell so viele Fahrzeuge wie nie zuvor.

Der "Spiegel" hatte über ein womöglich seit vielen Jahren bestehendes Kartell berichtet, in dem sich VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler über Technik, Kosten und Zulieferer verständigt haben sollen. Angesichts des Kartell-Verdachts um die deutschen Autohersteller geraten die Absatzzahlen jedoch in den Hintergrund. Für bestehende Kooperationen mit anderen Herstellern bedeuteten die Berichte aus seiner Sicht zunächst nichts. Die Gespräche seien im existierenden Rechtsrahmen erfolgt. Hier hob der Konzern die Absatz- und Gewinnprognose an. Vor allem in Asien legte der Absatz stark zu. Der Konzern erwirtschaftete von April bis Juni einen Umsatz von 41,2 Milliarden Euro und lag damit sieben Prozent über dem Vorjahresquartal, wie Daimler am Mittwoch mitteilte. Nach Abzug von Minderheitsanteilen bleibt ein Gewinn von 2,44 Milliarden Euro.

Vergangene Woche hatte Daimler angekündigt, mehr als drei Millionen Dieselfahrzeuge in die Werkstätten zu rufen, um per Software-Update den Schadstoffausstoß zu verringern. Das Konzernergebnis verbesserte sich leicht auf 2,5 Milliarden Euro. Auf die Halbjahresbilanz wirkt sie sich daher noch nicht aus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob bei Mercedes-Benz die Abgasreinigung ähnlich wie bei Volkswagen manipuliert wurde. Bei mehr als einer Million Motoren könnte der Stickoxidausstoß am Prüfstand über den realen Emissionswerten liegen. Daimler hat auch das nicht kommentiert.

Getrübt werden die sehr positiven Zahlen nicht nur bei Daimler, sondern auch bei Volkswagen und BMW, wo die Geschäfte ebenfalls gut laufen, vom Dieselskandal und von den Kartellvorwürfen gegenüber der deutschen Autoindustrie. "All diese Firmen produzieren trotz allem ja gute Autos", sagte der Chef des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Mittwoch im Bayerischen Rundfunk. "Die waren in der Vergangenheit zwar vielleicht etwas teurer für Konsumenten als sie hätten sein müssen, aber der Autoabsatz ist da nicht unmittelbar bedroht".

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