In Hildesheim halten die Dämme - Katastrophenalarm in Goslar

Wasser überflutet in Goslar die historische Altstadt

Nach starken Regenfällen haben etliche Flüsse in der Nacht einen Rekordstand erreicht. Die Aussichten für die nächsten Tage machen keine Hoffnung auf eine Rückkehr des Sommers, denn nach kurzer Atempause steht schon wieder ein neues Tief vor der Tür.

Hildesheim - Die Lage im vom Hochwasser betroffenen Hildesheim in Niedersachsen bleibt angespannt. Dort stand das Wasser in vielen Straßen mindestens 20 Zentimeter hoch. Goslar hat am Mittag den Katastrophenalarm ausgerufen. Mit diesem Schritt übernehme der Katastrophenschutzstab ab sofort die Gesamtverantwortung und übergeordnete Koordination aller Einsätze für das Kreisgebiet, teilte die Verwaltung am Mittwoch mit.

Nach Bahn-Angaben waren Streckenabschnitte zwischen Vienenburg und Bad Harzburg sowie Groß Düngen und Derneburg gesperrt.

Landesweit war laut Deutschem Wetterdienst kein Dauerregen mehr zu erwarten. In der Altstadt von Goslar floss laut Feuerwehr Wasser über den Marktplatz. Die Feuerwehr ist mit 2000 gefüll-ten Sandsäcken auf eine mögliche Hochwasserlage vorbereitet. Helfer von Feuerwehr und Hilfsorganisationen errichteten Sandsackbarrieren, die zunächst standhielten. Dennoch seien nach wie vor Teile des Kreisgebietes überflutet. Möglicherweise könnten einzelne Straßen etwa im Bereich Leiferde betroffen sein. In Wernigerode suchte die Polizei nach einer 69-Jährigen. Die Frau wohne direkt an der Holtemme, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Auch das private Bahnunternehmen Erixx meldete wegen Hochwassers Streckensperrungen. Überflutete Wege entlang der Leine sind abgesperrt.

Aber auch aus Brandenburg und den südlichen Bundesländern wurden Probleme gemeldet. Es sei nicht auszuschließen, dass sie in die angeschwollene Holtemme gefallen sei, sagte eine Sprecherin in Halberstadt. Ein wenig Besserung ist in Sicht. Besonders im niedersächsischen Hildesheim harren die Bewohner der Dinge, die da kommen. Im Busverkehr kam es wegen Erdrutschen und Straßensperrungen zu Ausfällen und Verspätungen. Die Goslaer Altstadt war massiv betroffen. Die Sperrung im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wurde in den frühen Morgenstunden aufgehoben. "Wir hoffen natürlich, dass alles hält", betonte der Sprecher.

Mit rund hundert freiwilligen zusätzlichen Einsatzkräften bereitet sich die Feuerwehr der Stadt Braunschweig auf die Ankunft der Flutwelle aus dem Harz vor. "Bisher hält alles", sagte der Feuerwehrsprecher. An einigen Stellen sickere Wasser durch die aufgeschichteten Säcke - jedoch ausschließlich an Grünflächen entlang der Innerste, einem Nebenfluss der Leine.

Der Pegel des Flusses Innerste erreichte in der vergangenen Nacht mit einer Höhe von 694 Zentimetern einen Rekordwert, wie die Feuerwehr weiter bekannt gab. Evakuierungen wurden vorbereitet. Nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums sollten die Hochwasserscheitel bis zum Mittwochabend voraussichtlich aber erreicht sein. Eine unmittelbare Gefahr für die Menschen bestehe jedoch nicht.

Äußerst angespannt war die Lage auch in der Stadt Goslar selbst. Betroffen ist vor allem Niedersachsen, aber auch für Thüringen und Sachsen-Anhalt gab es Hochwasserwarnungen. In Hessen war der Boden wegen des Regens laut der Feuerwehr so aufgeweicht, dass mehrere Bäume umfielen.

Hildesheim/Berlin. Tief "Alfred" sorgt in vielen Regionen Deutschlands für den Ausnahmezustand.

Für die kommenden Tagen gaben Meteorologen unterdessen Entwarnung: Der Dauerregen geht zu Ende, Tief "Alfred" zieht nach Osten ab, wie der DWD mitteilte. "Dann werden wir die Lage begutachten und überlegen, was zu tun ist", betonte der Sprecher.

Nach Auskunft des DWD wird es bis Mittwoch vielerorts in Deutschland weiter regnen. "Zum derzeitigen Zeitpunkt kann man noch entspannt bleiben", sagte Martin Klimmer von der Fachstelle Gewässerkunde der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Mainz.

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