Bundesanwaltschaft sieht Anklage gegen Wohlleben voll bestätigt

Der Bundesanwalt Herbert Diemer, Oberstaatsanwältin Anette Greger und Bundesanwalt Jochen Weingarten im Gerichtssaal in München

Im NSU-Prozess sind die Vorwürfe gegen die beiden Mitangeklagten Wohlleben und Carsten S. nach Auffassung der Bundesanwaltschaft bewiesen worden. Wohlleben und S. seien durch die Beweisaufnahme der Beihilfe zum Mord in neun Fällen überführt, sagte Oberstaatsanwalt Jochen Weingarten am Montag vor dem Münchner Oberlandesgericht. In dem Verfahren gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe geht es um die zehn Morde, zwei Bombenanschläge und mehr als ein Dutzend Raubüberfälle, die dem NSU vorgeworfen werden.

Mit der Waffe soll die Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" zwischen 2000 und 2006 neun Kleinunternehmer erschossen haben.

Weingarten sagte, sowohl Wohlleben als auch S. hätten die naheliegende Möglichkeit erkannt, dass der aus Mundlos, Böhnhardt und Beate Zschäpe bestehende NSU mit der Pistole Menschen töten würde. Sie hätten die Waffe damals beschafft, weil sie sich der fremdenfeindlichen Gesinnung der drei Untergetauchten "unbedingt verpflichtet" fühlten. Carsten S., der vor längerer Zeit aus der Neonazi-Szene ausgestiegen ist, hatte bereits zu Prozessbeginn 2013 umfangreich ausgesagt. Er räumte ein, die Waffe in einem Jenaer Szeneladen gekauft und zu Mundlos und Böhnhardt gebracht zu haben. Den Auftrag und das Geld dafür habe er von Wohlleben erhalten. Die beiden Männer sollen sich umgebracht haben, um einer Festnahme durch die Polizei zu entgehen. Nebenklage-Anwälte sehen hingegen zahlreiche Hinweise auf das Gegenteil.

Nach Angaben des Vertreters der Bundesanwaltschaft wird das Plädoyer über die Sommerpause hinaus dauern. Anders als zunächst geplant soll Weingartens Kollegin Anette Greger erst dann über die Banküberfälle des NSU sprechen. Am Ende des Plädoyers fordert Bundesanwalt Herbert Diemer das Strafmaß.

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