Messerstecher von Hamburg war der Polizei bekannt

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer

Der 26-jährige Palästinenser, der in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren wurde und 2015 als Flüchtling nach Deutschland kam, hatte am Freitag im Stadtteil Barmbek unvermittelt auf Menschen eingestochen. Zum Tathergang oder seinem Motiv habe der Mann keine Angaben gemacht. Bei dem Mann gebe es Hinweise auf religiöse Beweggründe und islamistische Motive, aber auch auf eine "psychische Labilität". Bürgermeister Olaf Scholz hatte gesagt, der Mann habe offenbar "seinen Hass gegen uns gerichtet", und von einem "bösartigen Anschlag" gesprochen.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft teilte am Abend mit, gegen den 26-jährigen abgelehnten Asylbewerber bestehe der Verdacht auf vollendeten Mord und fünffachen versuchten Mord. Alle Verletzten seien aber mittlerweile ausser Lebensgefahr, sagte Grote. Es handele sich um eine "Gemengelage", und es sei noch nicht klar, was der vorherrschende Antrieb des Mannes war.

Derzeit gebe es keine Hinweise auf Hintermänner oder eine Einbindung des Täters in ein Netzwerk.

"Es war damit zu rechnen, dass diese Papiere demnächst eintreffen würden", sagte Grote. Das lehre die leidvolle Erfahrung. Der Verdächtige sitze nun in Untersuchungshaft, sagte die Hamburger Oberstaatsanwältin Nana Frombach am Samstagabend. Der Generalbundesanwalt behalte sich vor, den Fall zu übernehmen. Der Gesetzgeber habe erst vor wenigen Wochen die Möglichkeiten dazu erweitert.

Erst am vergangenen Samstag war das Gesetz zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht in Kraft getreten. Er befand sich bereits im Ausreiseverfahren.

Der Mann sei als Islamist in die entsprechenden Dateien aufgenommen worden, nicht aber als Dschihadist.

Man sei nicht zu der Einschätzung einer unmittelbaren Gefährlichkeit gelangt.

Der Mann war weder in Deutschland noch im Ausland vorbestraft. Ein Diebstahlverfahren gegen ihn wurde den Angaben zufolge wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Er habe gegen seinen negativen Asylbescheid keine Rechtsmittel eingelegt und auch bei der Organisation von Passersatzpapieren mitgewirkt. Noch gestern habe er sich bei der Ausländerbehörde erkundigt, ob seine Passersatzpapiere eingetroffen seien.

Staatsanwaltschaft und Polizei versuchen unterdessen weiter, Motiv und Hintergründe der Tat aufzuklären, bei der am Freitag ein 50-jähriger Mann getötet und sieben weitere Personen verletzt wurden. Zuvor habe er Stationen in anderen europäischen Ländern gehabt: in Norwegen, Schweden und Spanien. Über Norwegen sei er im März 2015 nach Deutschland gekommen, zunächst nach Dortmund. Von dort aus sei er im klassischen Asylverteilungsverfahren nach Hamburg weitergeleitet worden. Hier habe er schließlich im Mai 2015 einen Asylantrag gestellt.

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