Das soll helfen? Fünf Millionen Autos bekommen neue Software

Gipfel am Mittwoch Der Diesel soll sauber werden

Berlin - Es begann nicht wie geplant. An diesem Donnerstag sollen die Obleute mehrerer Bundestagsausschüsse von der Bundesregierung über die Gipfel-Ergebnisse informiert werden. Viele Städte - etwa Stuttgart - haben mit zu hohen Stickoxidwerten durch Dieselabgase zu kämpfen.

Es war nicht nur ein inhaltlicher Protest, sondern auch einer gegen die Einladungspolitik.

VW rüstet nun 1,5 Millionen Autos mehr um, als ohnehin schon wegen des Dieselskandals geplant. Mit der neuen Software sollen die Autos weniger Schadstoffe ausstoßen.

BMW will 225.000 Euro-5-Dieselautos in Deutschland kostenlos nachrüsten, teilte der Autokonzern. "Mit ihrer Weigerung, wirksame Nachrüstungen bei den Hersteller durchsetzen, sind Union und SPD verantwortlich für Fahrverbote, die Gericht vermutlich jetzt durchsetzen werden", sagte Fraktionsvize Oliver Krischer.

"Die Ankündigung, den Stickoxid-Ausstoß durch diese Maßnahme um 25-30 Prozent zu reduzieren, ist wenig ambitioniert", so das Resümee des Ministers. Der VDA geht davon aus, dass es dadurch zu keinen Fahrverboten in deutschen Städten mehr kommt. Angeboten wird sie von BMW, Daimler, Opel und dem VW-Konzern. Die Aktion soll auch keinen Einfluss auf Motorleistung, Verbrauch oder Lebensdauer haben, so der Verband. Aktien der Autohersteller legten am Nachmittag zu. Investoren werten es positiv, dass den Autoherstellern keine teurere Hardware-Umrüstung droht.

"Uns ist klar, welcher Vertrauensschaden da ist", räumte Matthias Wissmann, Chef des Automobilverbandes, nach dem Gipfel ein. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beantragte nach eigenen Angaben beim Berliner Senat, das Planverfahren für den Weiterbau der Stadtautobahn A100 von Neukölln nach Alt-Treptow neu aufzurollen.

Ein Fahrverbot wäre aus seiner Sicht ein "klimapolitisches Eigentor". Europaweit ruft Daimler rund drei Millionen Fahrzeuge für ein Software-Update in die Werkstätten. Der Bund wolle außerdem seine Mittel für Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr um 250 Millionen Euro erhöhen, so Verkehrsminister Dobrindt.

Mit dem Geld sollen zum Beispiel Busse, Taxis und kommunale Fahrzeuge wie Müllautos auf umweltfreundlichere Antriebe umgestellt werden.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat den Dieselgipfel mit der Autobranche als "ersten, sehr wichtigen Schritt" bezeichnet. Der erzielte Kompromiss sieht ein Software-Update für fünf Millionen Fahrzeuge vor.

Auf dem Dieselgipfel gibt sich die Politik mit Software-Updates zufrieden. Aus Berliner Sicht sei ihm besonders wichtig, das Thema Elektromobilität voranzutreiben. "Das Potenzial, das die Verflüssigung des Verkehrs bietet, wird immer noch verkannt", kritisierte ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker.

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