Deutsche AIDS-Hilfe: Lockerung beim Blutspende-Ausschluss schwuler Männer ist nur Kosmetik

12 Monate ohne Sex: Kritik an neuer Blutspende-Richtlinie für MSM

Doch diskriminierend ist auch die neue Regel - weil sie von Risikogruppen ausgeht und nicht von Risikoverhalten. Faktisch dürfen also die meisten Schwulen weiterhin kein Blut spenden.

Denn Schwule, die Blut spenden möchten, dürfen vorher zwölf Monate keinen Sex mit Männern haben.

Dass es anders geht, zeigen sechs der 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union: Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal und Spanien betrachten nur das Risikoverhalten des Spenders und behandeln Schwule so wie heterosexuelle Männer.

Die Beratung der neuen Hämotherapie-Richtlinie habe sich sieben Jahre lang hingezogen.

Die Deutsche Aids-Hilfe kritisiert das.

Der pauschale Ausschluss schwuler und bisexueller Männer von der Blutspende sei nicht mehr zeitgemäß, betonte die Aids-Hilfe. Ausschlaggebend sollten tatsächliche HIV-Risiken sein.

Männer, die Sex mit Männern haben oder einmal hatten, durften bislang in Deutschland kein Blut spenden. Eine HIV-Infektion könne man sechs Wochen nach dem letzten Sex sicher ausschließen. Grundsätzlich werden alle potenziellen Blutspender vorab befragt, ob sie zu dieser oder einer anderen Gruppe gehören, die statistisch ein hohes HIV-Risiko hat ("freiwilliger Selbstausschluss"). "Dort gilt ab 2018 eine Frist von nur noch drei Monaten", sagte Beck. Außerdem sei es unrealistisch, davon auszugehen, "dass ein gesunder homosexueller Mann ein Jahr lang zölibatär leben kann und wird, um dann endlich Blut spenden zu dürfen", so Axel Hochrein vom LSVD. "Man tut einfach so, als ob sie dasselbe Übertragungsrisiko hätten wie promiske MSM, die unsafe mit anderen Männern verkehren", so der LSVD-Sprecher.

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