London rechnet mit Zahlung von 40 Milliarden Euro

REUTERS Stefan WermuthGroßbritannien gibt erstmals Finanzverpflichtungen vor EU

London wolle auf die finanziellen Forderungen der EU nur dann eingehen, wenn die Zahlungen Teil der Gespräche über die künftigen Beziehungen beider Seiten und ein mögliches Handelsabkommen sind.

Wie der "Sunday Telegraph" nun unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, will Grossbritannien höchstens 40 Milliarden Euro bezahlen. Bisher hat London noch nicht grundsätzlich anerkannt, dass es zu solchen Zahlungen verpflichtet ist.

Das ist weit entfernt von der Gesamtsumme die Brüssel fordert: 100 Milliarden Euro. Der britische Außenminister Boris Johnson hatte solche Zahlen im Juni als "absurd" genannt und gedroht, Großbritannien könne austreten, "ohne überhaupt etwas zu bezahlen". EU-Vertreter räumten ein, dass die Summe geringer ausfallen könnte, wenn angerechnet werde, dass die EU Grossbritannien für gemeinsames Vermögen auszahlen muss. Unter der Bedingung, dass gleichzeitig auch über ein Handelsabkommen gesprochen werde.

Die EU will mit London erst über die künftigen Beziehungen und ein Handelsabkommen sprechen, wenn wesentliche Austrittsfragen geklärt sind. Neben den Finanzforderungen an London sind dies der Status der EU-Bürger in Großbritannien und die Nordirland-Frage. Die konservative britische Zeitung gilt als bestens vernetzt im Regierungsviertel der britischen Hauptstadt. Aus Regierungskreisen in London hiess es, Grossbritannien werde seinen "internationalen Verpflichtungen nachkommen, aber nicht mehr zahlen als wir müssen". Dazu gehören neben den finanziellen Verpflichtungen Großbritanniens auch die Zukunft der Grenze zwischen dem britischen Landesteil Nordirland und dem EU-Mitglied Republik Irland sowie die Rechte von EU-Bürgern in Großbritannien und Briten in der EU. Am Ende soll ein Austrittsabkommen stehen. Sie hat bislang noch keinen Hinweis gegeben, wie viel sie zu zahlen bereit ist.

Die EU-Staats- und Regierungschefs sollen bei ihrem Oktober-Gipfel darüber befinden, ob die Verhandlungen bis dahin ausreichende Fortschritte gebracht haben, um zu den Handelsgesprächen überzugehen.

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