Google feuert Mitarbeiter nach sexistischem Schreiben

Ein Google Entwickler empört mit einem antifeministischem Manifest

Teile des Textes hätten gegen interne Verhaltensregeln verstoßen und mit der Verbreitung schädlicher Stereotypen über Geschlechter eine Linie überschritten, schrieb der Google-Chef.

Die Reaktion kam schnell: Google hat am Montag einem Software-Entwickler gekündigt, der anonym mit einem sexistischen Text am Wochenende weltweit für negative Schlagzeilen gesorgt hatte.

Frauen seien "offener gegenüber Gefühlen und gegenüber Ästhetik", sie zögen daher die Arbeit in sozialen oder künstlerischen Branchen vor. Männer dagegen verfügten über "natürliche Fähigkeiten", die sie zu besseren Programmierern machten.

Der Entwickler, dessen Namen nun mit James Damore angegeben wurde, hatte den geringen Anteil von Frauen in der Technologiebranche mit "biologischen" Unterschieden der Geschlechter erklärt.

Das interne Schriftstück war am Sonntag an die Öffentlichkeit gelangt und hatte zuvor bei Google heftige Diskussionen ausgelöst.

Der Entwickler hatte in einem internen Papier geschrieben, dass sich Männer und Frauen aufgrund von körperlichen Eigenschaften in ihren Interessen und Fähigkeiten unterscheiden würden - was seiner Meinung nach auch ein Grund dafür sei, dass Frauen in der Tech-Industrie und in Führungspositionen nicht so oft vertreten seien. Versuche, mehr Frauen in die Branche zu bringen, seien ein Fehler - das dürfe man aber nicht laut sagen. Vorzuschlagen, dass eine Gruppe Kollegen aus biologischen Gründen weniger geeignet für die Arbeit sei, sei beleidigend und nicht okay, so der CEO. Das US-Arbeitsministerium hat eine Untersuchung gegen Google eingeleitet.

In einem Mail erklärte Sundar Pichai, dass er es "nicht okay" fände, wenn Mitarbeiter Zweifel daran hätten, dass sie ihre Meinung nicht frei äußern könnten. Sie verlangten, dass jeder Mitarbeiter "das Äußerste unternimmt, um eine Kultur frei von Belästigung, Einschüchterung, Voreingenommenheit und Diskriminierung zu schaffen". Darin wird Google vorgeworfen, weibliche Angestellte systematisch zu diskriminieren - unter anderem beim Gehalt. Nach eigenen Angaben sind 69 Prozent aller Mitarbeiter männlich, bei den Tech-Jobs liegt die Quote bei 80 Prozent. Dies sei nämlich insofern nicht möglich, als dass Google (und andere Stellen) bestimmte Meinungen unterdrücke und sich viele Menschen nicht trauen würden, darüber zu sprechen. So zweifelte ein Aktionär auf der Hauptversammlung im Juni, ob sich Konservative bei Google willkommen fühlen. Das bestätigte der Entwickler nach einer Anfrage von Bloomberg.

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