Verdachtsfälle auf Norovirus im deutschen Team

Allein auf Bahn 7 Isaac Makwala schafft die nachträgliche Qualifikation über 200 Meter

London - Ein Albtraum-Virus geht bei der deutschen Mannschaft um: Das Leichtathletik-Team ist bei den Weltmeisterschaften in London wesentlich stärker vom Magen-Darm-Virus betroffen als bisher bekannt. "Bei den 13 Fällen ist es wahrscheinlich, dass sie das Norovirus haben", sagte der Mediziner. Ein Athlet oder eine Athletin habe deswegen sogar schon auf einen Start verzichten müssen.

Aktuell weisen noch "zwei Athleten und ein Betreuer" Symptome wie schwallartiges Erbrechen oder Durchfall auf, sagte Lichtenthal. Wegen der ärztlichen Schweigepflicht nannte Lichtenthal den Namen nicht. Sie befinden sich wegen der hohen Ansteckungsgefahr noch in Isolation. "Wir wissen nicht, ob wir beide an den Start bringen können", sagte Lichtenthal und bezifferte die Chancen auf 50:50.

Chefcoach Idriss Gonschinska (rechts) spricht von einer Ausnahmesituation.

Möglich wäre ein Start der beiden Athleten, weil die Wettkämpfe zeitlich später als die vom britischen Gesundheitsrecht angeordnete Quarantäne (48 Stunden) liegen. "Das ist eine Meisterschaft, wie wir sie so noch nicht erlebt haben", sagte Gonschinska. "Man muss sich überlegen, ob man überhaupt noch trainiert - weil es da ja Kontakte gibt". Der DLV teilte mit, dass alle Athleten-Hotels betroffen seien. Derzeit findet Physiotherapie für die Athleten nur sehr eingeschränkt statt, andere "ärztliche Maßnahmen nur im Notfall", sagte Lichtenthal.

Die deutschen Athleten wurden zudem angewiesen, als Vorsichtsmaßnahme verstärkt Desinfektionsmittel zu benutzen, sich regelmäßig die Hände zu waschen, überschwängliche Umarmungen, Handshakes sowie offen liegendes Obst und öffentliche Toiletten zu meiden. Das Zentrum der Erkrankungen ist nach Angaben der Gesundheitsbehörde ausgerechnet das deutsche Quartier.

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