Nach Tod von Rekrut: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Symbolbild

Generalleutnant Franz Reißner, Kommandant der Landstreitkräfte, erläuterte am Dienstagabend in Wien, dass Hans Rathgeb, Präsident des Landesgerichts Salzburg und Brigadier der Miliz, im Auftrag von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) die Untersuchungskommission zum Tod des Soldaten leite. Nachdem die Staatsanwaltschaft Krems am Dienstag bekannt gab, dass der Tod des Rekruten der Garde auf eine Überhitzung seines Körpers zurückzuführen sei, laufen jetzt die Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Umständen. Diese Untersuchungen erfolgen zusätzlich zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

"Marschieren bis zum Umfallen" sei vorgekommen, wobei der Rekrut betont, dass Zusammengebrochen versorgt wurden. Er betonte, dass er "in seiner Tätigkeit vollkommen unabhängig ist".Eine Sonderkommission soll zudem sämtliche relevanten Ausbildungsvorschriften im Bundesheer überprüfen.

Reißner berichtete, dass es nach etwa drei von 15 geplanten Kilometern "in moderater Marschgeschwindigkeit" zu dem Vorfall mit dem Rekruten der 1. Er sehe keine Indizien, dass Fehlhandlungen bei der Versorgung des 19-Jährigen gesetzt wurden.

Fest steht bisher, dass der verstorbene Rekrut sportlich gewesen sein soll und entgegen ursprünglichen Vermutungen an keiner bakteriellen Infektion erkrankt war.

Daraufhin sei unverzüglich die bestmögliche Versorgung des Rekruten eingeleitet worden, es habe keine Verzögerungen gegeben, meinte Höfler. Letztlich müssten alle Untersuchungen abgeschlossen sein, ehe Maßnahmen getroffen werden könnten, fügte er hinzu.

Dem Vater eines Kameraden des Verstorbenen zufolge, den der Falter zitiert, hatten die Rekruten laut seinem Sohn "über 30 Kilo Marschgepäck am Rücken" getragen. Oberstes Bekleidungsteil der Rekruten bei dem Marsch sei wegen der Hitze das Unterleibchen gewesen.

Dietmar Rust, Sprecher des Verteidigungsministeriums, wies am Dienstagabend darauf hin, dass seitens des Bundesheeres "kein Vorgriff auf eine mögliche Todesursache" des Soldaten gemacht worden sei.

Von den eingesetzten Untersuchungskommissionen erwarte er sich "eine lückenlose und transparente Aufklärung der Umstände des tragischen Todes des Rekruten" und eine Untersuchung der in den Medien kursierenden Vorwürfe, wonach ein "unentschuldbarer Umgangston" von einzelnen Ausbildnern des Bundesheers gegenüber Rekruten stattgefunden hätte. Den Verdacht auf eine bakterielle Erkrankung habe ein behandelnder Arzt im Landesklinikum Horn geäußert.

In einem Interview mit der Wiener Stadtzeitung "Falter" schilderte der Vater eines Kameraden des Verstorbenen, dass bei einem Marsch einen Tag vor dem Todesfall mehr als 20 Rekruten ohnmächtig geworden sein sollen. Die Grünen stellten an den Minister eine 41 Fragen umfassende Anfrage zu dem Vorfall. Nach dem Zusammenbruch von Toni P., der sich "während des Marsches schlecht gefühlt" habe, sei "nicht sofort die Rettung verständigt worden". Ein Mann, der selbst in Horn Rekrut war, übt nun scharfe Kritik an den dortigen Zuständen: Verhöhnung und Schleiferei stünden an der Tagesordnung.

"Hier wird offensichtlich nicht auf das Leben der jungen Männer geachtet", wird der Vater weiter zitiert. "Niemand beschwert sich! Die Burschen werden vom ersten Tag an eingeschüchtert und drangsaliert". "Mehr als 29 Männer" seien schon bei den Übungen am Vortag in Ohnmacht gefallen. "Und wehe einer wagt es, gesundheitliche Probleme anzusprechen".

Zu dem Ausbildner im aktuellen Fall wollte der Sprecher am Mittwoch keine näheren Angaben machen - beurlaubt sei er nicht worden. "Wir nehmen jeden Vorwurf ernst".

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