Maas: Trumps Lavieren zu rechter Gewalt ist fatal

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                          REUTERS

Bereits am Freitagabend zogen nationalistische und rechtsextreme Gruppen mit einem Fackelaufzug in Charlottesville auf - auch an der UVa.

Am Samstag war bei rassistisch motivierten Ausschreitungen in Charlottesville eine Gegendemonstrantin von einem Auto erfasst und getötet worden (wir berichteten).

Trump verteidigte seine erste Reaktion, in der er zwar allgemein die Gewalt in Charlottesville vom Wochenende verurteilt, Rassisten und Neonazis aber nicht erwähnt hatte. Nach CNN-Angaben waren in der Nacht zum Sonntag fünf von ihnen in kritischem Zustand und vier weitere schwer verletzt.

Die US-Bundespolizei FBI übernahm unterdessen die Ermittlungen zu der tödlichen Auto-Attacke. Laut Polizei wurden drei Menschen festgenommen und zahlreiche Waffen beschlagnahmt. In einem Helikopter starben zudem zwei Polizisten, allerdings offenbar ohne direkte Einwirkung von Demonstranten.

Trump hatte eine klare Schuldzuweisung an Rechtsextreme zunächst vermieden und von Gewalt auf "vielen Seiten" gesprochen. Dafür hagelte es heftige Kritik. "Einer hat eine junge Frau ermordet, eine Tat des einheimischen Terrorismus".

"Es ist sehr wichtig, dass der Präsident die Ereignisse in Charlottesville als das beschreibt, was sie sind, ein Terroranschlag weißer Rassisten", schrieb der republikanische Senator Marco Rubio.

Gegen Ende der Pressekonferenz bezeichnete Trump die Gegendemonstranten als "Alt-Left" [als Analogie zu Alt-Right, der Bewegung der Alternativen Rechten] und deutete an, sie seien die Aggressoren gewesen, weil sie im Gegensatz zu den Faschisten keine Genehmigung gehabt hätten: "Aber in dieser Gruppe [der Neonazis] waren viele, die dort nur unschuldig und absolut legal protestieren wollten ..." Der Vorwurf lautet, Trump habe seine erste Erklärung, die den Terror von rechts nicht klar benannt habe, aus Rücksicht auf die Rechtsextremen und Rassisten in seiner Anhängerschaft formuliert. Vizepräsident Mike Pence sagte bei seinem Besuch in Kolumbien: "Wir haben keinerlei Toleranz für Hass und Gewalt von weißen Suprematisten, Neo-Nazis oder dem Ku Klux Klan".

Virginias Gouverneur Terry McAuliffe hatte den Aufmarsch kurz vor dem geplanten Beginn verboten, weil die Sicherheit nicht garantiert werden könne.

Gouverneur McAuliffe forderte die Teilnehmer nach den Ausschreitungen zur Abreise auf: "Unsere Botschaft ist klar und einfach: Geht nach Hause". Es gibt in den USA keine Massenbasis für Faschismus und Rassismus. David Duke (Ex-Chef des rassistischen Ku-Klux-Klan-Führer) und Richard Spencer (Sprachrohr der ethno-nationalistischen Alt-Right-Bewegung), die beide am vergangenen Samstag in Charlottesville zugegen waren, bedankten sich ausdrücklich bei Trump. Diese will ein Denkmal des Bürgerkriegs-Generals Robert Lee entfernen lassen.

US-Präsident Donald Trump offenbart einmal mehr sein eigentümliches Verhältnis zur Wahrheit. Die konföderierten Südstaaten spalteten sich von den USA und kämpften für die Beibehaltung der Sklaverei. "Das will niemand sagen, aber ich sage es jetzt". "Wir erfüllen die Versprechen von Donald Trump!"

Nach Fernseh- und Augenzeugenberichten waren mehrere Kundgebungsteilnehmer mit Baseballschlägern gekommen. Linke Gruppen veranstalteten eine Gegendemonstration. Der Fahrer raste danach im Rückwärtsgang davon und wurde kurz darauf festgenommen. Neonazis gibt es auch in anderen Ländern, doch nirgendwo scheinen sie so präsent zu sein, nirgendwo sind ihre Aufmärsche derart provozierend wie in einigen Regionen der Vereinigten Staaten.

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