Bundesbank holt Goldschatz zurück nach Deutschland

Deutsche Bundesbank

In Paris befinde sich somit kein Gold mehr. Als das System fester Wechselkurse 1973 zerbrach und damit das Gold als Anker für alle Währungen der Welt ausgedient hatte, hatte die Bundesbank Goldreserven von 3625 Tonnen.

Frankfurt/Main. Die Deutsche Bundesbank hat die Verlagerung von Goldreserven aus dem Ausland abgeschlossen - drei Jahre früher als geplant.

Mehr als die Hälfte der deutschen Goldreserven lagern jetzt in deutschen Tresoren. "Es gab keine Beanstandungen", sagt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Denn das Projekt Goldverlagerung ist damit abgeschlossen.

Aktuell hat der deutsche Goldschatz einen Wert von rund 120 Milliarden Euro, die Anschaffungskosten lagen nach bei acht Milliarden Euro, wie Thiele betont. Gleichwohl hätten die Fed in New York, die Bank of England und die Banque de France für die Lagerung nie etwas verlangt. In den Wirtschaftswunderjahren nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs der deutsche Goldschatz rasant. "Das Gold wurde zu keiner Zeit ins Ausland verbracht", sagte Thiele, vielmehr sei es dort entstanden und jetzt erstmals in Deutschland. Damals wurden die hohen Leistungsbilanzüberschüsse nach Angaben Thieles in Form von Gold bezahlt. Wichtig ist für die Bundesbank auch die Liquidität und damit die Chance, in Krisenfällen das Gold schnell in Dollar tauschen zu können, was in New York am besten möglich ist.

Während des Kalten Krieges zog es die Bundesrepublik vor, die Goldreserven im Ausland zu belassen. Alle Barren seien in Frankfurt auf Gewicht und Goldgehalt geprüft worden.

Das deutsche Gold in New York, London und Paris war zwischen 1951 und Anfang siebziger Jahre durch den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands angehäuft worden. Behauptet die Bundesbank einfach etwas, das sie nie überprüft hat?

Der Vorstand reagierte auf diesen Druck und beschloss 2013, bis spätestens Ende des Jahrzehnts mehr als die Hälfte des Goldes nach Deutschland zu holen.

18 glänzende Goldbarren mit einem Gewicht von jeweils rund 12,5 Kilo und einem Wert von jeweils rund 440000 Euro sind auf einem Tisch in der 13. Etage der Bundesbank vor Carl-Ludwig-Thiele aufgereiht. Die gesamte Aktion habe 7,7 Millionen Euro gekostet, sagte Thiele - nur auf welchen Wegen die insgesamt 674 Tonnen Gold mit den Jahren nach Frankfurt gelangten, verriet er auch diesmal nicht. Von dem aus New York verlagerten Edelmetall seien zudem rund 55 Tonnen in der Schweiz umgegossen worden, um die Qualität zu überprüfen. 432 Tonnen bleiben in der britischen Hauptstadt, am größten Goldhandelsplatz der Welt.

Nachdem im vergangenen Jahr bereits die Verlagerung von Goldreserven aus New York vorzeitig vollzogen worden sei, seien in diesem Jahr die noch verbliebenen rund 91 Tonnen Gold aus Paris nach Frankfurt am Main geholt worden, teilte die Bundesbank mit. Dazu ist es schließlich da: um es im Ernstfall einzutauschen.

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