Ständige Impfkommission: Änderungen bei Grippe-, Hepatitis- und Tetanusimpfung

Ständige Impfkommission: Änderungen bei Grippe-, Hepatitis- und Tetanusimpfung

Impfungen sind ein äußerst effektives Mittel gegen verschiedene Virusinfektionen.

Die neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut enthalten gegenüber denen des Vorjahrs nur wenige Veränderungen. Wie aus dem heute erschienenen aktuellen "Epidemiologischen Bulletin" hervorgeht, wird die Impfung gegen Hepatitis A und B nun auch ehrenamtlich Tätigen mit einem erhöhten Expositionsrisiko empfohlen. Alles in allem führe die Impfung dadurch nur zu einer geringen Reduktion der Fallzahlen. Allerdings wurde ein Abschnitt zu den Impfungen bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem ergänzt. Die Empfehlung war bereits zur Saison 2016/17 vorläufig ausgesetzt, worden.

Die Impfempfehlungen der STIKO bilden die Richtschnur für den Einsatz der Schutzimpfung in Deutschland, auch wenn bislang keine Verpflichtung besteht, diesen Empfehlung nachzukommen. Des Weiteren sind Auszubildende, Studierende und Praktikanten in diesen Bereichen nun ausdrücklich genannt. Die Stiko stellt damit klar, dass die Indikation zur Impfung anhand des mit der jeweiligen Tätigkeit tatsächlich verbundenen Expositionsrisikos zu beurteilen ist und nicht beschränkt auf bestimmte Berufsgruppen ist.

Osnabrück. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut hat ihre Impfempfehlung, Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren bevorzugt mit dem über die Nase zu verabreichenden Lebendimpfstoff gegen Grippe zu impfen, nun endgültig zurückgezogen.

Den Ausschluss des über die Nase zu verabreichenden Lebendimpfstoff gegen Grippe aus den Empfehlungen für Kinder begründet die STIKO in ihren Impfempfehlunen 2017/18 damit, dass im Vergleich zu den inaktivierten Impfstoffen in den letzten Jahren keine überlegene Wirksamkeit mehr nachweisbar gewesen sei.

Eine Auffrischimpfung gegen Tetanus bei geringfügigen, sauberen Wunden empfiehlt die Stiko nur noch dann, wenn seit der letzten Impfung mehr als zehn Jahre vergangen sind. Dies steht auch im Einklang mit der Empfehlung einer routinemäßigen Auffrischung des Tetanus-Impfschutzes alle zehn Jahre.

Die Entscheidung basiert nach Angaben der Kommission auf der systematischen Bewertung der Daten zu Wirksamkeit, Schutzdauer und Sicherheit des Impfstoffs. Die Wahrscheinlichkeit, an Gürtelrose zu erkranken, nehme jedoch mit dem Alter zu, die Wirksamkeit der Impfung dagegen ab, so die STIKO: Bei 50- bis 59-Jährigen betrage die Schutzrate 70 Prozent, bei 70- bis 79-Jährigen 41 Prozent und bei Personen ab 80 Jahren nur noch 20 Prozent. Zudem sei die Schutzdauer nur für wenige Jahre belegt.

Neu eingefügt hat die STIKO einen Abschnitt zu Impfungen von Patienten mit Immundefizienz und Immunsuppression. Für betroffene Patienten erarbeitet das Gremium momentan Anwendungshinweise für Impfungen. Diese sollen in vier gesonderten Publikationen im "Bundesgesundheitsblatt" bis Anfang 2018 veröffentlicht werden. Durch eine mathematische Modellierung der zu erwartenden epidemiologischen Effekte sei die Entscheidung bekräftigt worden.

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