Erste Gentherapie gegen Krebs in den USA zugelassen

Veränderte Immunzellen: Erste Gentherapie gegen Krebs in den USA zugelassen

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hält das Patent am "lebenden Medikament". Dann kommen die Zellen zurück in den Patienten.

Die FDA bezeichnete die Genehmigung der Kymriah-Therapie als "historisch". Getestet wurde die Therapie demnach mit 63 krebskranken Kindern und jungen Erwachsenen, bei denen herkömmliche Therapien keine endgültige Heilung gebracht hatten. In den USA hat die FDA - wie bereits seit längerem erwartet - Kymriah (tisagenlecleucel) für die Behandlung von bestimmten Kindern und Jugendlichen mit einer Leukämie form (ALL) diese erteilt.

"Es handelt sich um einen neuen Ansatz, der voll personalisiert ist und die eigenen T-Helferzellen des Patienten nutzt", sagte Novartis-Geschäftsführer Joseph Jimenez. Dabei werden dem Patienten Immunzellen entnommen und im Labor gentechnisch so verändert, dass sie Krebszellen bekämpfen können. Mögliche Nebenwirkungen sind schwerwiegende Infektionen, starkes Fieber, niedriger Blutdruck, Nierenprobleme sowie ein verringerter Sauerstoffgehalt im Blut. Die Akute Lymphatische Leukämie macht rund 25 Prozent der Krebserkrankungen im Kindesalter aus. Pro Jahr werden in den USA rund 3100 neue Fälle bei unter 20-Jährigen diagnostiziert. In Europa könnte noch in diesem Jahr eine Entscheidung über die Zulassung einer solchen Therapie fallen.

In den USA soll die Kymriah-Behandlung nach Angaben von Novartis 475.000 Dollar (394.256,31 Euro) kosten.

Der Chefonkologe des Northwell Health Cancer Institute in New York, Craig Devoe, kritisierte, der Preis für die Therapie sei nicht angemessen. Durch Genmanipulation bilden bei diesem Verfahren T-Zellen an der Oberfläche einen krebszellspezifischen Antigenrezeptor, den CAR-Rezeptor (Chimeric Antigen Receptor).

Als Vorreiter der Therapiemethode gilt der Wissenschaftler Carl June von der Universität von Pennsylvania. Sie gilt seitdem als geheilt.

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