Rauswurf beim "Alten" - Bundesarbeitsgericht weist Klagen ab

Pierre Sanoussi Bliss

Das ZDF hat die Verträge zweier langjähriger Schauspieler in der ZDF-Serie "Der Alte" nicht verlängern müssen. Gegen ihren Rausschmiss aus der Serie sind die beiden Schauspieler daraufhin gerichtlich vorgegangen. Sie hatten zwischen der Kunstfreiheit und dem Bestandsschutz für die Darsteller abzuwägen und entschieden, dass das Interesse des Senders überwiege, die Serie auch kurzfristig fortzuentwickeln - auch mit Umbesetzungen. Die Schauspieler hatten sich gegen die Beendigung ihres Arbeitsverhältnissses gewehrt.

Das höchste deutsche Arbeitsgericht bestätigte damit vorhergehende Entscheidungen des Münchner Arbeitsgerichtes sowie des bayerischen Landesarbeitsgerichts.

Das Bundesarbeitsgericht Erfurt wies Klagen der beiden gegen die Produktionsfirma der Serie ab.

Die Richter werteten die Befristungen als wirksam und sachlich gerechtfertigt.

Worum geht es? Sanoussi-Bliss spielte etwa 18 Jahre lang den Kommissar Axel Richter, Böttcher war sogar fast 29 Jahre lang als Chef der Spurensicherung Werner Riedmann in der Krimi-Serie zu sehen.

Die Schauspieler hatten mit ihr nach Gerichtsangaben Verträge geschlossen, die sich auf einzelne Folgen oder die Folgen des Kalenderjahres bezogen und ei-ne Pauschalvergütung vorsahen. Die Schauspieler, die bei der Verhandlung in Erfurt anwesend waren, reagierten enttäuscht, wollten sich aber nicht weiter äußern. "Wir hatten gehofft, dass Schauspieler mehr Rechte bekommen". Das Landesarbeitsgericht München hatte die Klagen noch abgewiesen, deshalb ziehen Böttcher und Sanoussi-Bliss nun vor das Bundesarbeitsgericht.

Der Anwalt der Gegenseite, Marco Tucci, betonte dagegen: Das Gericht habe deutlich gemacht, dass in der Film- und Fernsehbranche Besonderheiten gelten aufgrund der verfassungsrechtlich geschützten Kunst-, Rundfunk- und Filmfreiheit. 2015 waren sie in den Rollen als altgediente Ermittler zum letzten Mal zu sehen.

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