Harter Schlagabtausch der kleinen Parteien in der Flüchtlingspolitik

Nach dem Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz treffen am Montag in einem

Wer hatte die Nase vorn beim Schlagabtausch der fünf kleineren Parteien?

Nach dem matten TV-Duell Merkel gegen Schulz liegt eine Fortsetzung von Schwarz-Rot in der Luft.

Also konnte man sich auf die anderen vier Parteien konzentrieren, die mit Sahra Wagenknecht (Die Linke), Alice Weidel (AfD), Cem Özdemir (Die Grünen) und Christian Lindner (FDP) ihre Spitzenkandidaten ins Rennen geschickt hatten. Das dürfte sich auch nach diesen 75 Minuten in der ARD nicht wirklich geändert haben. Die informierte Straffheit, in der WDR-Fernsehchefin Sonia Seymour Mikich den Streit anleitete, entlockte den Diskutanten immer wieder Klartext. Ja, Deutschland sei "Schlusslicht", noch hinter den USA, hinter China, hinter Hongkong, so Weidel, und darum brauche Deutschland "Digitalisierungskompetenz", schon in der Schule. Die Kleinen werden am Ende wohl den großen Unterschied machen. Dass Politiker nach ihrer politischen Karriere in die Wirtschaft wechseln, sah er dagegen nicht als Problem an. Man fragte sich nur: Was macht eigentlich die CSU da? Lindner hingegen forderte: "Wer kein Aufenthaltsrecht hat, der muss so schnell wie möglich zurück".

Der AfD-Spitzenkandidatin war ihr Unmut über das TV-Format anzumerken, sie fühlte sich stellenweise ungerecht behandelt und wenn andere redeten war aus ihrer Ecke nicht selten ein lauter Seufzer zu hören. Nein, sonst kommen wir mit den Themen nicht durch. Sie wandte sich besonders gegen Waffendeals mit Saudi-Arabien, da von dort "Hassprediger installiert" würden.

Um Gerechtigkeit geht es auch beim Thema Rente.

Das Video konnte nicht abgespielt werden.

Halten es junge Menschen für seriös, wenn die Parteien sie kurz vor der Bundestagswahl umwerben? Dazu liegen nun die repräsentativen Ergebnisse der McDonald's-Ausbildungsstudie vor. Lindner widersprach, er wolle das Renteneintrittsalter grundsätzlich flexibel gestalten. In diesem Punkt könne es laut Neugebauer noch Bewegung geben. Und das sei notwendig, nachdem doch die große Koalition "wie ausgehungerte Raubtiere über die Rentenkasse hergefallen" sei. Der Liberale schaut schrägt hoch zum großkoalitionärem Herrmann. Früher, antwortet er, war die Telekommunikation halt eine Bundesangelegenheit.

Auch wenn die Diskussion durchweg sachlich blieb - etwas härter wurde der Ton etwa beim Thema Flüchtlinge. Es ist der Kampf um die Pole Position - hinter Merkel und Schulz. Nur als CSUler Joachim Herrmann nach Özdemirs Sympathien für die Hausbesetzerszene fragte, reagierte der Grünen-Chef ausweichend. Özdemir grinst ihn an und sagt: "Ich durfte auch nix sagen zur Digitalisierung". Nicht jeder durfte zu allem etwas sagen. Sogar die jetzt sicherer argumentierende Weidel spricht sich für ein Einwanderungsgesetz aus. "Sie wollen ganz viel über unbescholtene Bürger wissen, ich glaube, der Staat muss möglichst viel über Gefährder wissen", sagt er in Richtung CSU-Mann Hermann.

Wenig Überraschendes: Der Flüchtings- und Asylpolitik wird viel Raum eingeräumt.

Weidel hat "nichts dagegen, dass auch Soldaten unsere Bahnhöfe sichern". Zumindest in dieser Runde.

Wagenknecht rückte die über weite Strecken hinter einer betont sachlichen Rhetorik versteckte hässliche Seite der AfD in den Fokus. Herrmann bekommt die allerletzte Frage: Ob Politiker nach ihrem Mandat in ein "Abklingbecken" müssen, bevor sie in die Wirtschaft wechseln dürfen? Die Sendung ist beendet. Und er lächelt. Warum auch nicht?

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