Fehlende Transparenz der Hersteller VCD-Umweltliste setzt auf Positivliste statt Ranking

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Nach einem Jahr Pause meldet sich der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) mit seiner traditionellen Umweltliste zurück. Der Club begründet die ausgebliebenen Diesel-Empfehlungen damit, dass aufgrund der aktuellen Diskussion um Fahrverbote in Innenstädten kein Diesel guten Gewissens gekauft werden könne. Demnach sei von Dieselautos sowie Benzinern ohne Partikelfilter "dringend" abzuraten. Bei klassischen Verbrennern rät der Verkehrsclub zu effizienten Benzinern ohne Direkteinspritzung wie dem Citroen C1-VTi-68. Diesel wird nicht mehr empfohlen - das sah beim VCD mal anders aus.

"Diese VCD Auto-Umweltliste ist ein Neuanfang: eine Positivliste und Transparenzliste, in die nur solche Autos aufgenommen werden, die auch in einigen Jahren noch in jeder Umweltzone fahren dürfen, die effizient sind und vergleichsweise wenig Treibhausgas CO2 emittieren - nicht nur im Labor, sondern auch auf der Straße", sagt Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. Wer seinen Euro-4-Diesel jetzt für einen Euro-6-Diesel verschrottet, kann mit dem Neuwagen vielleicht schon bald nicht mehr in die Umweltzone fahren.

"Es ist ein Skandal, dass heute immer noch Euro-6-Diesel zugelassen werden, die den Stickoxid-Grenzwert auf der Straße um ein Vielfaches übertreffen."

Solange es keine blaue Plakette gibt, könnten alle Diesel von Fahrverboten betroffen sein.

Auf der Liste ist auch kein direkteinspritzender Benziner zu finden. Doch sie spielt auf Zeit. Ab September 2018 gilt für neuzugelassene Benziner ein neuer Grenzwert für Partikel. Stattdessen sollten Autokäufer zu Benzin-Hybriden, Erdgasautos, kleinen Benzinern mit Partikelfiltern oder Elektroautos greifen.

Wasilis von Rauch, Bundesvorsitzender des VCD, erinnerte daran, dass der Diesel und andere Verbrennungsmotoren in der Klimakrise nicht zukunftsfähig sind: "Die Autoindustrie ist mitverantwortlich dafür, dass die CO2-Emissionen aus dem Verkehr in Deutschland seit Jahren ansteigen statt zu sinken". Neben den offiziellen NEFZ-Angaben sollten die Hersteller auch Daten aus RDE-Messungen (Real Driving Emissions) liefern.

Die Hersteller müssen seit April 2016 neue Modelle auch Straßentests unterziehen.

Bei seiner Auswahl legte der VCD nach eigenen Angaben besonderen Wert auf "realistische Verbrauchsdaten". Keines emittiere mehr als 150 Gramm CO2/km.

Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte kritisiertt: "Auch im Jahr zwei des Abgasskandals nehmen die Autokonzerne ihre angekündigte Transparenzoffensive nicht ernst". Sie werden auf der IAA in Frankfurt fast nur Fahrzeuge vorstellen, die nach den alten, laschen Regeln zugelassen wurden und im nächsten Jahr als neu verkauft werden. Dadurch verspielten die Hersteller "weiter das Vertrauen der Verbraucher".

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