Hacker-Attacke erschüttert USA: 143 Millionen Betroffene

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Der US-Finanzdienstleister Equifax hat in einer Börsenmitteilung bekanntgegeben, dass nach einem Hack Daten von rund 143 Millionen US-Kunden kopiert worden sind. Diese Nummern werden in den USA zur Identifizierung etwa bei Mobilfunkverträgen oder Kreditanfragen genutzt.

Wie die Firma Equifax einräumte, hatten sich die Hacker auch Zugang zu Namen, Geburtsdaten und Adressen verschafft. Betrüger könnten daher etwa mit Hilfe der gestohlenen Daten Identitätsdiebstahl betreiben oder Kredite in fremdem Namen aufnehmen. Die Attacke sei zwischen Mai und Juli erfolgt, wie der Finanzdienstleister mitteilte. In rund 290 000 Fällen seien Kreditkartennummern betroffen und teils auch Führerscheindaten - die in den USA ebenfalls oft zur Identifikation dienen. Diese Dokumente können relativ schnell ausgetauscht werden - die Sozialversicherungsnummer begleitet einen Amerikaner aber üblicherweise durch sein gesamtes Leben.

Unklar blieb auch, wie genau die Angreifer ins System gelangten und ob sie an die Gesamtheit der verknüpften Informationen herankommen konnten.

Das Unternehmen hat eine dedizierte Website erstellt, welche Kunden Informationen dazu liefern soll, ob sie zu den potentiellen Opfern der Attacke zählen könnten. Angesichts der Dimension des Datendiebstahls sei auch denkbar, dass der Angriff von innen heraus durchgeführt worden sei. Zugleich warf der Angriff nun aber weitaus politischere Fragen auf, denn Finanzchef John Gamble und zwei weitere Top-Manager des Konzerns hatten in den ersten Augusttagen Equifax-Aktien für insgesamt rund 1,8 Millionen Dollar verkauft. Ein Sprecher sagte dem "Wall Street Journal", die beiden hätten nur einen geringen Teil ihrer Anteile verkauft und hätten zu dem Zeitpunkt nichts von dem Hacker-Einbruch gewusst.

Die Equifax-Aktie fiel nach Bekanntwerden des Angriffs jedoch um über 13 Prozent. Auch einige Kunden aus Kanada und Großbritannien seien in geringerem Umfang betroffen. Man habe die Aufsichtsbehörden informiert und externe Spezialisten mit einer forensischen Prüfung beauftragt. Es sei allerdings noch zu früh, um die Kosten zu beziffern. Er entschuldigte sich bei den betroffenen Kunden und sprach von einem Schlag, der auf das Herz des Unternehmens gezielt habe. Der Vorfall sei bei einer internen Untersuchung festgestellt und die Sicherheitslücke danach sofort geschlossen worden, erklärt die Firma.

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