Tennis: Nadal und Anderson im US-Open-Finale

Rafael Nadal im US-Open-Finale gegen Kevin Anderson

Bei Kevin Anderson war das schon gar nicht der Fall.

Der Argentinier erwischte den besseren Start, sicherte sich den ersten Satz, wurde anschliessend aber ausgespielt.

Eine dreiviertel Stunde benötigte Nadal, um seine Überlegenheit auch resultatmässig umzusetzen. Während dieser Phase gelangen Nadal 20 Gewinnschläge bei nur einem einzigen Fehler.

In der Jahreswertung baute Rafael Nadal mit dem US-Open-Triumph den Vorsprung auf Roger Federer auf fast 2000 Punkte aus.

Für Nadal wäre der dritte Titel in New York nach 2010 und 2013 der krönende Abschluss einer denkwürdigen Saison, die für den 31-Jährigen mit einer Finalniederlage gegen Roger Federer bei den Australian Open begann und mit dem historischen zehnten Titel bei den French Open einen emotionalen Höhepunkt erreichte. An den Vorbereitungsturnieren scheiterte Nadal in Montreal (gegen Dennis Schapovalov) und Cincinnati (gegen Nick Kyrgios) früh. In Flushing Meadows holte er den ersten Titel auf Hartplatz seit fast vier Jahren. Da sich die erforderliche Punktemarke aber von Woche zu Woche nach unten verschiebt, ist damit zu rechnen, dass Österreichs Nummer eins spätestens Mitte Oktober seine insgesamt zweite Teilnahme in London nach 2016 fix hat. Seither triumphierte er noch neunmal auf Sand und einmal auf Rasen.

Aber zuletzt trumpfte er am US Open gross auf. Natürlich profitiert Nadal auch von den Absenzen von Andy Murray, Novak Djokovic oder Stan Wawrinka. Nicht Zverev oder einer der höher gehandelten Berufsspieler nutzte die Freiräume, die sich bei diesem seltsamen Grand Slam-Spektakel boten, sondern Anderson: Er war und ist der überraschende, wenn nicht sensationelle Profiteur vieler prominenter Absagen und Favoritenstürze im Turnierverlauf. Der 31-jährige Südafrikaner stand zuvor erst einmal bei einem Major in den Viertelfinals, vor zwei Jahren am US Open. Anderson steht in New York als erster Südafrikaner seit Cliff Drysdale 1965 im Final. Der letzte Südafrikaner, der ein Grand-Slam-Turnier gewinnen konnte, war Johan Kriek, der Australian-Open-Champion von 1981.

Und nun dies: Während Zverev, der Titelkandidat, als einer der enttäuschtesten und verbittersten Verlierer aus dem Big Apple abzog ("Mein Niveau war katastrophal"), ist sein Lieblingsgegner immer noch da - jener Kevin Anderson, der bisher noch nie über ein Grand Slam-Viertelfinale hinausgekommen war und in zehn Karrierejahren weniger Titel (3) herausgespielt hatte als beispielsweise der junge Deutsche (6). Dazu hatte er immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, im Januar erst wurde er an der Hüfte operiert und stürzte bis auf Weltranglistenplatz 80 ab. In seinen 14 Profijahren gewann er nur drei kleine Turniere: Johannesburg (2011), Delray Beach (2012) und Winston-Salem (2015). Hier muss er gegen Rafael Nadal eine Galavorstellung abliefern.

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