Hohe Mieten bringen Menschen in Deutschland an Armutsgrenze

Häuser in Berlin

Rund 5,6 Millionen Haushalte in deutschen Großstädten müssen der Studie zufolge bereits mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Miete aufwenden. Hinzu kommt, dass das Wohnungsangebot an einer entscheidenden Stelle weit hinter der Nachfrage zurückbleibt: Während in fast der Hälfte aller Haushalte alleinstehende Personen leben, liegt der Anteil der unter 45 Quadratmeter großen Singlewohnungen bei nur 14 Prozent. So wird auch strukturelle Armut geschaffen. Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Studie im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans Böckler Stiftung müssen Haushalte an der Armutsgrenze fast 40 Prozent ihrer Einkünfte fürs Wohnen ausgeben. Mehr als eine Million Haushalte in den Großstädten müssten sogar gut die Hälfte ihres Einkommens für die Miete ausgeben.

In 1,3 Millionen Haushalten blieben nach Abzug der Miete und umlagefähiger Nebenkosten Beträge, die unterhalb der Hart-IV-Sätze liegen und somit kaum zum Leben reichen. Jahrzehntelang war der sozialpolitische Ansatz verfolgt worden, Einkommensunterschiede durch Investitionen in den sozialen Wohnungsbau abzumildern. "Die Wohnbedingungen sind damit nicht nur ein Spiegel bestehender Ungleichheit, sondern tragen selbst durch die hohe Mietbelastung zu einer wachsenden Ungleichheit bei".

Nach Ansicht von DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell ergibt sich aus der Studie dringender staatlicher Handlungsbedarf. Der Bund müsse für den sozialen Wohnungsbau deutlich mehr Gelder als die jährlichen 1,5 Milliarden Euro aufwenden und dafür Sorge tragen, dass eine solche Finanzierung über das Jahr 2019 hinaus zur Verfügung stehe. Zudem müsse die Mietpreisbremse zugunsten der Mieter verschärft und leerstehende Bürofläche zügig in Wohnungen umgewandelt werden. Die Studienautoren der Humboldt-Uni und der Frankfurter Goethe-Universität - darunter der Berliner Stadtsoziologe und Ex-Staatssekretär Andrej Holm - setzten dabei die Nettoeinkommen der 25,37 Millionen Großstadtbewohner ins Verhältnis zu den Mietniveaus vor Ort. Daraus ergeben sich von Stadt zu Stadt unterschiedliche Mietbelastungsquoten. Diesem Spitzenwert nähern sich auch Neuss (30,1 Prozent), Köln (29,3 Prozent), Düsseldorf (29,2 Prozent) und Bremen (29,1 Prozent).

Eine Mietbelastungsquote von mehr als 30% des Haushaltseinkommens gilt bei Sozialwissenschaftlern als bedenklich. Haushalte mit überdurchschnittlichem Einkommen wenden dagegen nur 17 Prozent für die Bruttokaltmiete auf. Allerdings sind ostdeutsche Großstädte wie Leipzig, Dresden, Erfurt oder Magdeburg relativ stark vertreten.

Wenig überraschend geht die relative hohe Belastung der einkommensschwachen Haushalte mit relativ bescheidenen Wohnverhältnissen einher. Im Durchschnitt liegt die Belastung für das Wohnen bundesweit bei 26,8 Prozent eines Haushaltsnettoeinkommens.

Vor allem in Großstädten mit zunehmender Einwohnerzahl konstatieren die Wissenschaftler einen großen Mangel an bezahlbaren - insbesondere kleineren - Wohnungen.

Während Gutverdiener im Schnitt 52,5 Quadratmeter pro Person zur Verfügung haben, sind es in armutsgefährdeten Haushalten 37 Quadratmeter.

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