Merkel: Glaubwürdigkeit der Verbraucher zurückgewinnen

Die Autoindustrie habe Regelungslücken exzessiv ausgenutzt sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnung der Automesse IAA in Frankfurt

Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet mit den Granden der Automobil-Industrie und Gästen aus Wirtschaft und Politik die 67. IAA.

Bundeskanzlerin Angela Merkel findet zur Eröffnung mahnende Worte an die Branche.

Schon im Wahlkampf hatte Merkel die Autoindustrie angesichts des Abgas-Skandals kritisiert. Diese Fehler hätten nicht passieren dürfen, sagte Wissmann am Donnerstag bei einem Festakt in Frankfurt am Main.

Dann von der Kanzlerin persönlich: "Verbraucher und Behörden wurden getäuscht und enttäuscht". Die Autokonzerne müssten "alles daran setzen, Glaubwürdigkeit und Vertrauen so schnell wie möglich zurückzugewinnen", sagte Merkel am heutigen Donnerstag bei der offiziellen Eröffnung.

Gerade im Verkehrsbereich gehe wegen des Klimaschutzes kein Weg an Veränderungen vorbei, betonte Merkel. Merkel hob hervor, dass nicht nur deutsche Hersteller die gesetzlichen Lücken genutzt hätten.

Dieselgate, drohende Fahrverbote in Städten, Kartellvorwürfe - war da was?

Anegla Merkel mit Harald Krüger
Angela Merkel mit Harald Krüger dem Vorstandsvorsitzenden der BMW AG auf der Eröffnung der IAA in Frankfurt

Zugleich verwies die Kanzlerin auf die große Bedeutung der Schlüsselindustrie für Beschäftigung und Wachstum. "Ein Entweder-oder hilft hier gar nichts".

Die Bundesregierung kündigte außerdem an, wegen des Diesel-Skandals die Entwicklung alternativer Motoren und Kraftstoffe zusätzlich zu fördern. Ein schwieriger Auftritt, schließlich hatte sie der Autoindustrie im Zuge des Dieselskandals "unverzeihliche Fehler" vorgeworfen. "Wir sind uns bewusst, dass Vertrauen verloren gegangen ist". Es sei nun ihr "zentrales Anliegen", dieses wieder zurückzugewinnen.

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren war in den USA bekannt geworden, dass Volkswagen die Abgasreinigung von Millionen Dieselmotoren weltweit manipuliert hat. Pauschale Urteile über die Autoindustrie seien aber nicht gerechtfertigt. Zugleich verharre niemand in der Branche im Status quo. Großzügig überhört sie auch die Kritik von Matthias Wissmann, Chef des Branchenverbands VDA, an den aus seiner Sicht sehr strengen europäischen Stickoxid-Grenzen.

Den traditionellen Rundgang der Kanzlerin begleiteten rund 100 Aktivisten von Greenpeace. Diese seien die Hauptquelle des Atemgifts Stickstoffdioxid (NO2) im Straßenverkehr.

Autos auf der IAA: alte Idee, neue Ansätze?

Die Automobilindustrie ist die deutsche Schlüsselbranche mit zuletzt rund 871.000 Beschäftigten.

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