Ryanair möchte mehr als Tausend Flüge streichen

Der Hauptsitz der Europäischen Zentralbank EZB in Frankfurt am Main

Dafür wolle Ryanair einige Maschinen in der Hinterhand haben, sagte Wissel.

Angesichts der zahlreichen Flugausfälle in ganz Europa hat EU-Kommission die Airline gerügt. Ryanair hatte angekündigt, in den nächsten sechs Wochen täglich 40 bis 50 Flüge streichen zu wollen. Viele Kunden waren danach aber nicht schlauer: Auf der Internetseite listete Ryanair zunächst nur die gestrichenen Flüge bis Mittwochabend auf, auch am Montagabend standen auf der Liste nur acht Flugtage. Kunden beschwerten sich daraufhin in sozialen Netzwerken darüber, dass sie nicht wüssten, ob sie auch zurückkämen, wenn ihr Hinflug stattfinde. Die Airline sei aufgefordert worden, die Kundenrechte "in vollem Umfang" zu respektieren.

Die EU-Kommission mahnte die Fluglinie, die europäischen Verbraucherrechte der Passagiere zu achten. Für die Durchsetzung der Rechte zuständig seien aber nationale Behörden, in Deutschland das Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig.

Auch die britische Regierung fand klare Worte.

Ryanair entschuldige sich "aufrichtig bei der geringen Zahl von betroffenen Passagieren" und werde sein Möglichstes tun, um sie umzubuchen oder zu entschädigen, sagte der Sprecher. Betroffen seien "weniger als zwei Prozent der Verbindungen". Ryanair erklärte die Ausfälle mit Kapazitätsengpässen bei der Flugkontrolle, Streiks in Frankreich und einer unklaren Urlaubsplanung im Unternehmen. Die Umstellung hat nun dazu geführt, dass zu viele Piloten noch vor Jahresende ihren Urlaub nehmen müssen. Zum Start des Winterflugplans im November werde sich die Lage wieder normalisieren. Ryanair-Chef Michael O'Leary rechnet mit einem negativen Ergebniseffekt von "unter 5 Millionen Euro", wie er am Montag weiter sagte. Davon gingen 20 Millionen Euro als Entschädigungen an die Passagiere. O'Leary hingegen erklärte: "Ryanair hat keinen Mangel an Piloten". "Wir können bestätigen, dass in diesem Jahr 140 Ryanair-Piloten zu Norwegian Air gekommen sind", erklärte die skandinavische Konkurrenz. Für den geplanten Standort in Dublin laufe die Rekrutierung ebenfalls. Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit wirft Ryanair seit längerem vor, mit scheinselbstständigen Vertragspiloten illegal Kosten einzusparen. Ryanair habe eine hohe personelle Fluktuation, weil die Airline niedrigere Gehälter zahle als die Wettbewerber. "Viele Piloten versuchen, zu anderen Gesellschaften zu wechseln", sagte der Sprecher der Gewerkschaft. Das Boulevardblatt berief sich dabei auf einen nicht namentlich genannten Ryanair-Piloten aus Österreich.

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