Ryanair streicht täglich bis zu 50 Flüge: Was steckt wirklich dahinter

A Ryanair aircraft parks at tarmac of Fraport airport in Frankfurt

Von wegen Pünktlichkeit und Urlaubsplanung: Die aktuellen Flugstreichungen beim irischen Billigflieger Ryanair könnten nach Einschätzung eines Luftverkehrsexperten einen ganz anderen Hintergrund haben. Ryanair hatte angekündigt, in den nächsten sechs Wochen täglich 40 bis 50 Flüge streichen zu wollen. Ryanair habe daher angefangen, auch Piloten aus Südamerika anzuwerben. Gleichwohl träfen die Ausfälle nur zwei Prozent der Passagiere.

Nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) gehen die zahlreichen Flugausfälle bei der irischen Billig-Fluggesellschaft Ryanair am Wochenende auch auf einen Pilotenmangel bei der Airline zurück. Ryanair äusserte sich nicht dazu. Der Konzern bereitet sich demnach auf den Fall vor, dass die insolvente Air Berlin ihren Flugbetrieb aus Geldmangel vorzeitig einstellen muss, sagte Gerald Wissel von der Beratungsgesellschaft Airborne am Montag. Betroffene Kunden sollen nach Möglichkeit umgebucht oder entschädigt werden.

"Im Fall eines vorzeitigen Groundings der Air Berlin müssten die begehrten Start- und Landerechte vom zuständigen Koordinator der Bundesrepublik sofort neu vergeben werden", sagte Wissel. Den Zuschlag könnten aber nur Gesellschaften erhalten, die auch mit entsprechenden Flugzeugen die Strecken fliegen könnten. EU-Kommissarin Violeta Bulc erklärte, dank der EU hätten Flugpassagiere bei Verspätungen und Ausfällen ein Recht auf Entschädigung. Diese hätten bei der Absage eines Flugs eine Reihe von Ansprüchen, sagte ein Kommissionssprecher in Brüssel.

So müssen nach den einschlägigen EU-Regeln von 2004 Fluglinien eigentlich mindestens zwei Wochen vor Abflug über eine Streichung informieren. Ist die Frist kürzer, müssen sie den Passagieren eine neue Verbindung anbieten. Schuld daran seien nebst dem Personal-Engpass Flugsicherungsprobleme in Frankreich, Grossbritannien, Deutschland und Spanien sowie Unwetter, wie ein Sprecher der Airline sagt. Die nationalen Behörden seien zuständig für die Kontrolle. Weitere Links zum Thema Ryanair bietet betroffenen Passagieren eine Umbuchung oder Entschädigung an - ausnahmsweise ohne Extragebühren. Ryanair-Chef Michael O'Leary gab ein "heilloses Durcheinander" zu und entschuldigte sich bei den Kunden.

O'Leary sagte zudem auf einer Pressekonferenz, die Flugstreichungen würden mit 25 Millionen Euro zu Buche schlagen. Die Ausgleichsansprüche bezifferte der Manager auf bis zu 20 Millionen Euro.

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