Polizei in besetzter Berliner Volksbühne

Berliner Volksbühne

Nun haben der für das Staatstheater verantwortliche Senator und Vize-Regierungschef Lederer sowie Dercon den Besetzern die Nutzung von zwei Nebenräumen der Bühne angeboten. Monatelang wurde der neue Volksbühnen-Intendant - Nachfolger von Frank Castorf - in einer regelrechten Kampagne von Teilen der Berliner Kulturszene diffamiert. Kunst unter dem Druck der Straße könne keine freie Kunst sein. Kultursenator Klaus Lederer (Linkspartei) setzt im Konflikt um die Volksbühne auf "Deeskalation statt Konfrontation".

Seit Freitagabend hält eine Aktivistengruppe mit dem Namen "Staub zu Glitzer" das Theater am Rosa-Luxemburg-Platz besetzt.

Dercon und seinem Team läuft derweil die Zeit davon. Zuletzt war noch unklar, ob das Angebot angenommen wird.

Die machte den Besetzern ein Angebot. "Man muss eines sehen: Alle Theater sind ja nicht nur Hüllenhäuser, sondern extrem zerbrechliche, sehr komplex arbeitende Mechanismen und Konstruktionen", sagte Khuon im RBB Kulturradio. Die ungebetenen Gäste machen aus der Volksbühne zur Zeit genau das, was den Plänen Dercons von seinen Gegnern unterstellt worden war: Eine "Eventbude" der Beliebigkeit, einen Jahrmarkt für "Wir sind dagegen"-Propagandisten". Diese wollen mit ihrer "transmedialen Theaterinszenierung" nach eigenen Angaben "ein Zeichen setzen gegen die aktuelle Kultur- und Stadtentwicklungspolitik". Die Kulturverwaltung sei seitdem "in permanentem Austausch und im Gespräch mit der Intendanz und den Besetzerinnen und Besetzern", erklärte Lederers Sprecher.

Man stelle sich vor, die Berliner Staatsoper würde besetzt, überlegte der Tagesspiegel. Auf dem Programm der Besetzer: Kinderschminken, improvisierte Theaterperformances oder die "Einführung in die Marx'sche Kapitalismuskritik". Seine These: Dann würde die Polizei wohl rasch zur Räumung anrücken.

Gestern beschäftigte sich auch der Berliner Senat mit der Situation an der Volksbühne.

Doch wie lange Rathaus-Chef Michael Müller (SPD) still hält, ist offen.

Die Linke mit ihrem Senator Lederer könnte dabei sein, sich in eine Sackgasse zu manövrieren. Er kündigte an, Holm zu feuern, worauf der seinen Rücktritt einreichte.

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