Amnesty: Abschiebungen nach Afghanistan sind völkerrechtswidrig

Den Menschen drohen in dem Land Gewalt, Entführungen und Tod, heißt es im jüngsten Amnesty-Bericht "Forced back to danger".

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat der EU vorgeworfen, eine zunehmende Zahl von Menschen nach Afghanistan abzuschieben. Trotzdem seien im gleichen Zeitraum rund 10.000 Afghanen aus der EU abgeschoben worden. Dabei verstoße jede Abschiebung gegen das Völkerrecht, urteilte Asyl-Expertin Franziska Vilmar. So hat Deutschland seit der Unterzeichnung einer "Gemeinsamen Erklärung über die Zusammenarbeit in Fragen der Migration zwischen Deutschland und Afghanistan" im Oktober 2016 bereits 118 Menschen nach Afghanistan zwangsweise abgeschoben.

Auch die Anzahl der ausreisepflichtigen Afghanen, die angeblich freiwillig in ihr Land zurückgekehrt sind, hat drastisch zugenommen. "Sie werden gezielt bedroht und verfolgt, gefoltert oder hingerichtet", sagt Vilmar.

"Kein Ort in Afghanistan ist sicher für Rückkehrer".

Ein anderer Fall betrifft eine Familie, deren Vater in Afghanistan gekidnappt und misshandelt und erst gegen ein Lösegeld wieder freigekommen sei. Noch nie seit dem Ende der Taliban-Herrschaft 2001 sei die Gefahr für Leib und Leben so groß wie heute gewesen. Bisher hat Deutschland in einigen wenigen Sammelflügen mehr als 100 abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan abgeschoben.

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