Lebenslange Haft für 34 Angeklagte in der Türkei

Erdogan-Unterstützer vor dem Gerichtsgebäude in Mugla in dem gegen die mutmaßlichen Putschisten verhandelt wurde

Die meisten von ihnen seien Soldaten, berichtete der Staatssender TRT am Mittwoch.

Einige der Verurteilten kritisierten, sie hätten keinen fairen Prozess erhalten, weil das Gericht unter politischem Druck gestanden habe.

Ein anderer Angeklagter sagte, es habe nie die Chance auf ein faires Verfahren gegeben.

In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2016 flog eine Gruppe von Soldaten mit Hubschraubern in den Ferienort Marmaris an der Südwestküste der Türkei und seilte sich zu Erdogans Urlaubshotel ab, um den Staatschef festzunehmen. Die Türkei befindet sich seit mehr als einem Jahr im Ausnahmezustand, in dem Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan per Notstandsdekret regieren kann.

Erdogan gab später an, in Marmaris nur um Minuten dem Tod oder der Gefangennahme durch die Putschisten entgangen zu sein. Zwei Polizisten wurden bei dem Angriff getötet. Erdogan hatte das Hotel kurz vor dessen Erstürmung verlassen. Ihr Kommando traf nach offiziellen Angaben erst um 3.20 Uhr in dem Hotel ein. Mehrere Angeklagte wiesen den Vorwurf einer Mitgliedschaft in der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen zurück, der von Erdogan als Hauptverantwortlicher für den Putsch bezeichnet wird. Derzeit läuft eine ganze Reihe von Prozessen gegen mutmaßliche Putschbeteiligte.

Zu diesem Zeitpunkt war Erdogan längst im Flugzeug auf dem Weg nach Istanbul. Als ein Helikopter das Hotel um 04.40 Uhr unter Beschuss nahm, war der Präsident bereits seit einer Stunde in Istanbul gelandet. Warum die Putschisten das Hotel trotzdem attackierten, gehört zu den bislang ungeklärten Fragen der Putschnacht. Seit Juli 2016 wurden zehntausende mutmaßliche Gülen-Anhänger inhaftiert oder aus dem Staatsdienst entlassen.

Im Zusammenhang mit dem Putschversuch im vergangenen Jahr hat ein türkisches Gericht in einem Verfahren gegen rund 40 Soldaten erste Urteile gefällt.

Für eine Kontroverse sorgte ein Angeklagter, als er mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "Hero" (Held) ins Tribunal kam. Bisher wurde dies allerdings nicht umgesetzt.

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