Air Berlin will 1400 Mitarbeiter entlassen

Sonntag, 08. Oktober, 00.52 Uhr: Bis 4. Dezember muss die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin den 150-Millionen-Euro-Kredit an die staatliche Förderbank KfW zurückzahlen, berichtet die "Bild"-Zeitung". Rund 1400 Air-Berlin-Beschäftigten droht nach Einschätzung des Betriebsrats die Kündigung. Als der Air-Berlin-Sprecher Ralf Kunkel nicht bereit war, diese Hiobsbotschaft zu kommentieren, sondern eisern schwieg, reagierte Christine Behle, Mitglied des Verdi-Bundesvorstandes, empört: "Wir sind entsetzt", sagte sie. "Mit dem Schicksal von Beschäftigten kann man so nicht umgehen". Dies gelte für das Verwaltungs- und Bodenpersonal, heisst es in einer Mitarbeiterinfo des Berliner Betriebsrats, die der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlag. Demnach habe die Geschäftsführung am Donnerstag Arbeitnehmervertretern mitgeteilt, dass das gesamte Bodenpersonal bis Ende Oktober entlassen werden solle.

Wer für die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs benötigt werde, erhalte eine Kündigung zu Ende Februar 2018. Ein Insider ergänzte, dass die Kündigungen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens ausgesprochen werden sollten.

Wie aus dem Papier weiter hervorgeht, könnte es zur "Einstellung des Flugbetriebs der Air Berlin" kommen.

Während der Geschäftsbetrieb der Air Berlin nicht fortgeführt wird, soll der operative Service für die österreichische Tochter Niki genauso aufrechterhalten werden wie jener der Regionalflugtochter LGW. Lufthansa hat auch ein Kaufangebot für Niki und LGW abgegeben.

Im Rennen um die insolvente Air Berlin ist die erste Etappe beendet. Der Konzern verhandelt noch bis zum 12. Oktober mit Lufthansa und dem britischen Billigflieger Easyjet exklusiv über den Kauf von Teilen der Fluggesellschaft.

Große Arbeitgeber aus Berlin werben einem Medienbericht zufolge aktiv um die Air-Berlin-Mitarbeiter.

Bereits am Dienstag soll eine Job-Messe in der Firmenzentrale stattfinden, an der sich Unternehmen präsentieren. Neben anderen sollen die Deutsche Bahn, der Online-Händler Zalando, die Service-Tochter des Chemiekonzerns BASF und der Schienenfahrzeugbauer Stadler Pankow daran teilnehmen. Am Freitag wolle sich zudem die Lufthansa-Tochter Eurowings auf einer eigenen Messe um Air-Berlin-Mitarbeiter bemühen.

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