Entschädigung auch bei verspätetem Ersatzflug

Singapore Airlines bot zwar einen Ersatzflug einer anderen Fluggesellschaft an, dieser war jedoch um 16 Stunden verspätet. Der Bundesgerichtshof (BGH) gab damit am Dienstag einer Klage von Fluggästen der Singapore Airlines statt. Annulliert eine Airline einen Flug, muss sie Passagieren in der Regel eine Entschädigung zahlen.

In dem Fall wollten die Kläger mit Singapore Airlines von Frankfurt nach Singapur und weiter nach Sydney fliegen. Dadurch verpassten die Reisenden ihren Anschlussflug nach Sydney und kamen dort erst 23 Stunden später als geplant an.

Art. 5 Abs. 1 c der Fluggastrechte-Verordnung normiert eine Entschädigungspflicht der Airlines bei der Annullierung von Flügen.

Genau an diesen Wortlaut hielt sich der Senat. Die Karlsruher Richter stellten allein darauf ab, dass die klagenden Passiere ihr Ziel mit dem Ersatzflug 23 Stunden zu spät erreicht und damit die zulässige Zwei-Stunden-Grenze nach der geplanten Ankunftszeit weit überschritten hatten. Dass der Ersatzflug, wenn alles glatt gegangen wäre, die Voraussetzungen der Norm erfüllt und damit einen Entschädigungsanspruch ausgeschlossen hätte, ändert daran nichts. Der Ersatzflug befreit die Fluglinie hier nicht von der Ausgleichspflicht, urteilte der BGH.

Singapore Airlines könne auch nicht auf die Ersatz-Fluglinie verweisen, hieß es weiter. Auch Ausgleichsansprüche der Passagiere an das Ersatzunternehmen wegen des verspäteten Teilfluges spielten keine Rolle, erklärte der BGH.

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