ARD/ZDF-Studie: Nutzung von Netflix & Co. steigt rasant

ARD  ZDF Onlinestudie 2017

Nicht zuletzt, weil die Internetnutzer im Jahr 2017 erstmals über konkrete Tätigkeiten und nicht mittels einer pauschalen Abfrage ermittelt werden. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum letzten Jahr ist teils allerdings mit einer neuen Fragetechnik zu erklären: Es wird nun nach konkreten Tätigkeiten, nicht allgemein nach Internet-Nutzung gefragt. 72 Prozent nutzen Merkels liebstes "Neuland" mittlerweile gar täglich. 50,2 Millionen Menschen online. Die Studienteilnehmer konnten bei der Befragung zwischen den Wahrnehmungsformen Sehen, Hören und Lesen differenzieren.

Eine Unterscheidung nach Mediengattungen wie Radio, Fernsehen, Print und Internet werde zunehmend unmöglich, heißt es weiter in der Studie.

Von insgesamt 149 Minuten täglicher Internetnutzung wird eine dreiviertel Stunde für Mediennutzung aufgewendet. Rund eine Stunde Zeit wird mit Individualkommunikation, die meiste Zeit jedoch mit sonstiger Internetnutzung verbracht. Besonders viel Zeit verbringen die 14- bis 29-Jährigen mit medialen Inhalte.

Der Intendant des Hessischen Rundfunks und Vorsitzende der ARD/ZDF-Medienkommission Manfred Krupp ordnet die Ergebnisse ein: "Die jüngste Altersgruppe nutzt täglich fast zwei Stunden lang mediale Inhalte im Netz, die 30 bis 49-Jährigen immerhin fast eine Stunde". Einen deftigen Schub bekamen die Musik-Streamingdienste verpasst, von 10 auf 19 Prozent ging es für Spotify und Co. bergauf.

ZDF-Intendant Thomas Bellut sieht für seine Mediathek übrigens keine rückläufige Nutzung. Auch wenn die Zuschauerzahlen des klassischen Fernsehprogramms derzeit noch klar vorne liegen, ist die Mediathek essenziell wichtig, um die ganze Gesellschaft auch in Zukunft zu erreichen. "Wer für diese Generationen relevant bleiben will, muss ihnen attraktive Informations- und Unterhaltungsangebote auf ihren Plattformen machen - und dabei inhaltlich und gestalterisch mit den Erwartungen des Publikums und den Standards des Marktes Schritt halten". "Dies bestätigen die aktuellen Ergebnisse der ARD/ZDF- Onlinestudie". Viele Nutzungswege, namentlich Videoportale wie YouTube, Mediatheken der Fernsehsender, aber auch Facebook können ihre Reichweite im Vergleich mit 2016 nicht steigern. Gleichzeitig erfährt aber auch das Radiohören online (Simulcast) einen Zuwachs. Den deutlichsten Rückgang hatten derweil die Online-Mediatheken zu verkraften, die pro Woche nur noch von 18 statt 22 Prozent der Bevölkerung gesehen wird. Bei 14- bis 29-Jährigen seien, was amerikanische bzw. internationalen Filme und Serien betrifft, "leichte Verschiebungen" hin zu Streamingdiensten wie Amazon Prime und Netflix festzustellen. Im Vergleich zum klassischen Fernsehen spielen jedoch die Streamingdienste in der Gesamtbevölkerung eine geringe Rolle.

Erstmals wurde im Rahmen der jährlich angesetzten Studie das individuelle Nutzungsverhalten untersucht.

Die neueste Studie zur Online-Nutzung der Deutschen weist auf ein steiles Wachstum für Audio-Inhalte hin, während es im Video-Bereich hapert. Die Feldarbeit wurde vom Institut GfK MCR durchgeführt und dauerte von Ende Januar bis Mitte April 2017.

Deutschland ist digital. 62,4 Millionen Personen ab 14 Jahren sind 2017 Internetnutzer, das sind 89,8 Prozent.

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