Auch Easyjet hebt den Finger für Teile von Alitalia

Offenbar 500 Millionen Euro geboten | Übernimmt Lufthansa jetzt auch Alitalia?

Auch die AUA-Mutter Lufthansa kündigte am Montag kurz vor Ablauf der Bieterfrist ein Angebot für Alitalia an. Es sei ein Konzept für eine neu strukturierte Alitalia mit einem fokussierten Geschäftsmodell eingereicht worden, teilte das Unternehmen am Montag mit. "Damit hat sich die Lufthansa Group gegen die Abgabe eines Angebots für die gesamte Airline entschieden", hieß es weiter.

Über die Details sei mit den Sonderverwaltern von Alitalia Stillschweigen vereinbart worden.

Die Kranich-Airline erklärte, sie interessiere sich für Teile des weltweiten Netzverkehrs und Direktflüge innerhalb Europas.

Das schrieb die italienische Zeitung "Corriere della Sera" unter Berufung auf mehrere mit der Situation vertraute Personen. Lufthansa wollte die Informationen auf Anfrage nicht bestätigen, doch im Umfeld der beiden Airlines wird der Zeitungsbericht bestätigt. Als Ganzes gilt die Fluggesellschaft als unsanierbar. Alitalia wird daher dem Staat 900 Millionen Euro zurückzahlen müssen.

Easyjet bekundete zwar gemäss einer Mitteilung vom Montagabend ebenfalls Interesse.

Die einstige Staatslinie steckt seit Jahren in der Krise, im Mai hatte sie Insolvenz angemeldet.

Auch die Frist für den endgültigen Abschluss des Verkaufsprozesses wurde verschoben: Ende April 2018 soll alles unter Dach und Fach sein. Um den Flugbetrieb zu gewährleisten, hatte das Kabinett am Freitag beschlossen, die Laufzeit des Brückenkredits für die insolvente Fluggesellschaft von November in diesem Jahr auf September 2018 auszuweiten. Spekuliert wird, dass eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Airline so lange hinausgezögert wird - und der Staat die Linie so lange am Leben hält -, bis Italien ein neues Parlament wählt.

Nicht ausgeschlossen werden Verhandlungen mit der Airline zur Reduzierung der bei Alitalia geplanten Jobkürzungen.

Die Lufthansa wurde schon vor Monaten als Käufer ins Spiel gebracht.

Der britische Billiganbieter spricht auch mit Air Berlin über die Übernahme von bis zu 25 Jets in Berlin-Tegel.

In den vergangenen Jahren hatte der Kranich schon die Schweizer Swiss, die belgische Brussels Airlines und die österreichische Austrian Airlines unter seine Fittiche genommen. Ihr Marktanteil ist hier noch gering.

Related:

Comments

Latest news

Junger Afrikaner von sieben Männern beleidigt und geschlagen
Der junge Mann war an der Bodenbacher Straße in eine Straßenbahn der Linie 2 in Richtung Stadtzentrum gestiegen. Zunächst hatte sich einer der Männer neben den Afrikaner gesetzt und ihn wegen seiner Herkunft beleidigt.

Satire-Magazin Titanic will "Baby-Hitler" Kurz töten
Im Tweet selber ruft das Magazin die Österreicher dazu auf, Titanic zu abonnieren. Mit diesem Titel hat sich das Satire-Magazin weit aus dem Fenster gelehnt.

Sängerin Björk wurde angeblich von dänischem Regisseur belästigt
Auch Produzent Peter Aalbaek Jensen wies die Vorwürfe zurück: "So weit ich mich erinnere, waren wir Opfer", sagte er. Er erklärte "Jyllands-Posten", es überrasche ihn nicht, dass die Sängerin ihn jetzt beschuldige.

Justizkreise: Staatsanwaltschaft beantragt U-Haft für katalanischen Polizeichef
Trapero soll wegen seines Vorgehens vor dem untersagten Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien zur Rechenschaft gezogen werden. Der Polizeichef muss mit bis zu 15 Jahren Gefängnis rechnen.

Deutschland: Transport mit mehr als 7.000 Tieren gestoppt
Nach Angaben der Polizei musste der tschechische Fahrer 500 Euro Sicherheitsleistung zahlen und durfte weiterfahren. Es handele sich um den größten illegalen Tiertransport, der jemals in Deutschland entdeckt wurde.

Other news