Daimler will Kronzeuge sein

BMW-Zentrale in München

Bisher prüft die EU in einem Vorverfahren und hat noch kein formelles Kartellverfahren eingereicht. Kommissionsmitarbeiter haben BMW diese Wochen einen Überraschungsbesuch abgestattet.

Finanzvorstand Bodo Uebber hat monatelangen Spekulationen ein Ende bereitet.

Stuttgart - Daimler hat erstmals bestätigt, dass das Unternehmen die Rolle des Kronzeugen in einem drohenden EU-Kartellverfahren gegen deutsche Autobauer anstrebt. So könnten die Stuttgarter mit einem blauen Auge davonkommen.

Daimler soll den Wolfsburgern aber noch zuvorgekommen sein und hat nun den Status als Kronzeuge beantragt. Uebber sagte, es sei noch immer kein förmliches Verfahren eröffnet. BMW und Daimler sowie VW samt den Töchtern Audi und Porsche sollen sich jahrelang in geheimen Zirkeln über ihre Autos, Kosten und Zulieferer ausgetauscht haben. Nach Angaben des Magazins hat sich auch VW als Kronzeuge angeboten. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager schrieb in einem Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, dass die Informationen umfangreich seien und "komplexe Sach- und Rechtsfragen" aufwerfen. "Es ist gegenwärtig offen, ob die Europäische Kommission ein formelles Verfahren einleiten wird", sagte Uebber weiter - und betonte außerdem, dass Daimler derzeit keine Notwendigkeit sehe, ein finanzielles Polster für mögliche Strafen zu bilden.

Daimler hat unterdessen Antrag auf Kronzeugenregelung gestellt.

Mitarbeiter der EU-Kommission haben im Zusammenhang mit dem Kartellverdacht gegen fünf deutsche Automobilhersteller bei BMW Büros durchsucht und Unterlagen geprüft. Die Mitarbeiter hätten eine sogenannte Nachprüfung durchgeführt, das Unternehmen unterstütze die EU-Kommission bei ihrer Arbeit. Und BMW bekommt Besuch. Auch lasse sich daraus kein Hinweis auf das Ergebnis der Untersuchung der Kartellvorwürfe ableiten.

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