Ich wusste von den Vorwürfen gegen Weinstein

US-Regisseur Quentin Tarantino im Januar 2016 in Berlin bei der Deutschlandpremiere des Films

In einem Interview mit der "New York Times", das am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlicht wurde, sagte Tarantino: "Ich wusste genug, um mehr zu unternehmen, als ich tat".

Los Angeles. "Pulp Fiction"-Kultregisseur Quentin Tarantino gibt zu, von den sexuellen Übergriffen des Filmproduzenten Harvey Weinstein gewusst zu haben". "Alles, was ich jetzt sage, wird wie eine beschissene Entschuldigung klingen". Tarantino und Weinstein arbeiteten mehr als 20 Jahre zusammen, unter anderem an Filmen wie "Pulp Fiction", "Kill Bill" oder "Django Unchained". Er selbst habe die Vorwürfe "heruntergespielt" und als schlechtes Benehmen abgetan, räumte Tarantino ein. Seine Ex-Freundin Mira habe ihm von unsittlichen Berührungen Weinsteins erzählt. Er sei damals "schockiert und aufgebracht" gewesen und habe danach von weiteren Fällen gehört, aber nie das ganze Ausmaß der angeblichen Vorfälle erkannt.

Den Namen des Opfers nannte der Sprecher nicht, mehreren Medienberichten zufolge soll es sich um eine italienische Schauspielerin handeln.

Er habe auch über die außergerichtliche Abmachung zwischen Weinstein und US-Schauspielerin Rose McGowan gewusst, sagte Tarantino. Mehr als 40 Frauen hatten in den vergangenen Tagen erklärt, von dem Hollywood-Produzenten sexuell missbraucht worden zu sein. Zahlreiche Branchen-Kollegen, darunter Filmstars wie Tom Hanks, Leonardo DiCaprio und Meryl Streep haben sich deutlich gegen Weinstein positioniert.

Nach Bekanntwerden der massiven Vorwürfe in den letzten zwei Wochen habe er mehrfach bei Weinstein angerufen, aber nichts von ihm gehört. Er habe keine Erklärung für dessen angebliche Vergehen.

Mittlerweile untersucht die US-Polizei die Missbrauchsvorwürfe gegen den Filmproduzenten. Auch in New York und London werden Anschuldigungen gegen Weinstein untersucht. Die Zeitung "Los Angeles Times" berichtete, die Frau sei am Donnerstag mehr als zwei Stunden lang befragt worden. Die Aussage des mutmaßlichen Opfers sei aufgenommen worden, sagte der Polizeisprecher Drake Madison.

Die Zeitung zitierte die Frau mit den Worten, Weinstein habe sich im Jahr 2013 gewaltsam Zugang zu ihrem Hotelzimmer in Los Angeles verschafft. Es handelt sich um den sechsten Vergewaltigungsvorwurf gegen den Produzenten.

Über 30 Frauen meldeten sich bereits und berichteten von Vorfällen mit Weinstein. Auch in New York und Großbritannien wurden Ermittlungen wegen der Vorwürfe eingeleitet.

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