Die Angst vor Spinnen und Schlangen steckt uns in den Genen

Spinne Stegodyphus dumicola

Experten streiten bisher, ob die Angst angeboren oder erlernt ist.

Viele Menschen empfinden beim Anblick einer Spinne Ekel, Unbehagen oder gar Angst. Veröffentlicht wurden die Studienergebnisse in dem Fachmagazin "Frontiers in Psychology".

Die Angst vor Spinnen und Schlangen scheint nach Erkenntnissen deutscher Forscher angeboren zu sein. Leicht kann sich hieraus eine Phobie entwickeln.

Obwohl in Deutschland (fast) keine giftigen Spinnen und Schlangen vorkommen und Menschen nur selten Kontakt mit den Tieren haben, ist die Furcht vor Schlangen und Spinnen auch hierzulande weit verbreitet. Sogar im Gehirn der Betroffenen kann man ihre Panik sehen: Der Kernspintomograf zeigt, dass die Hirnregion für Angst beim Anblick einer Spinne auf Hochtouren kommt. Oder sie gehen bei einer Schlangenphobie nicht in die Natur, aus Angst, sie könnten einer Schlange begegnen.

Bisherige Studien untersuchten laut Aussage der Forscher hauptsächlich an Erwachsenen oder älteren Kindern, welches Verhalten gelernt und welches angeboren ist. In Industriestaaten sind etwa ein bis fünf Prozent der Bevölkerung von einer echten Phobie betroffen. Dies lasse sich mit zunehmendem Lebensalter jedoch kaum voneinander trennen. Zweiter Beweis: Wenn man Arachnophobikern eine tote Vogelspinne zeigt, schnellt ihr Puls in die Höhe - eine klassische Angstreaktion. Auf die Bilder von den Krabbel- und Kriechtieren reagierten die Babys mit deutlich vergrößerten Pupillen, eine Stressreaktion. Angst vor Spinnen und Schlangen habe offenbar "einen evolutionären Ursprung", berichteten sie.

Ähnlich wie bei anderen Primaten seien im Gehirn von Menschen offenbar von Geburt an Mechanismen verankert, mit denen Objekte schnell als Spinne und Schlange identifiziert werden könnten. Eine starke panische Abneigung der Eltern oder auch eine genetische Veranlagung zur Überaktivität in dem für die Furchtreaktionen zuständigen Gehirnbereich könnten dazu führen. Die forscher vermuten daher, dass "die gesonderte Reaktion beim Anblick von Spinnen oder Schlangen damit zusammenhängt, dass potentiell gefährliche Reptilien und Spinnentiere mit dem Menschen und seinen Vorfahren seit 40 bis 60 Millionen Jahren koexistieren - und damit deutlich länger als etwa mit den uns heute noch gefährlichen Säugetieren". Sie existieren aus evolutionärer Sicht erst für so kurze Zeit, dass sich dafür keine Reaktionsmechanismen im Gehirn von Geburt an angelegt haben.

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