Comicverfilmung "Thor": Göttlicher Angeber muss den Hammer abgeben

Als Herrscher des Müllplanten Sakaar kann sich der Grandmaster ein paar exzentrische Eigenheiten erlauben

Das liegt an der zweifellos guten Entscheidung, die Regie dem Neuseeländer Taika Waititi zu übertragen, der bisher Komödien und keine Blockbuster gemacht hat - und das leichte Händchen zeigte, um den nordischen Donner-Gott aus dem Marvel-Imperium mit neuen Akzenten auf die Leinwand zu schicken. Ja, ja, schon klar. Aus den Ketten der Gefangenschaft des riesigen Feuermonsters kann sich Thor (Chris Hemsworth) mit gewohnter Kaltschnäuzigkeit noch befreien, aber dann ist Schluss mit lustig für den göttlichen Angeber. Die Heimat Asgard scheint dem Untergang geweiht. Die Familie vermehrt sich noch um eine abgrundtief böse Schwester namens Hela, die es den ganzen Film zu bekämpfen gilt - da sie von Cate Blanchett herrlich überdreht gespielt wird, ist es ein reines Vergnügen, dabei zuzusehen. Auf ihren blutigen Eroberungsfeldzügen gründeten sich einst Ruhm und Reichtum Asgards. Aber nachdem der Vater sich als Friedensherrscher etablierte, wurde sie abserviert und kehrt nun als veritable Rächerin zurück, um die Erbangelegenheiten ein für alle Mal zu klären. Lässig zerbröselt diese Hela mit einer Hand den Wunderhammer, aus dessen Kräften sich das omnipotente Selbstverständnis des kleinen Bruders speiste - und schon nach kaum 20 Kinominuten wird klar, dass der neuseeländische Regisseur Waititi ("5 Zimmer, Küche, Sarg) Superhelden-Serie "Thor" aus dem Comic-Verlag Marvel durchrüttelt". Der Alpha-Mann landet erstmal auf der Müllkippe eines fremden Planeten und wird von der versoffenen Kopfgeldjägerin Valkyrie (Tessa Thompson) im Schleppnetz an den örtlichen Herrscher verscherbelt. "Früher warst du niemand. Jetzt bist du jemand" lautet das Firmenmotto seines Planeten, dessen "Grandmaster" das Volk mit Gehirnwäsche, Gewalt und Gladiatorenspektakeln gefügig hält.

Also, um es gleich zu sagen - Thor verliert hier seinen Hammer, und noch dazu durch eine Frau, was ihn begreiflicherweise schwer trifft, und er verliert auch seine schöne Lockenfrisur, die er gegen einen militärischen Haarschnitt tauschen muss: Dennoch ist Chris Hemsworth so überzeugend wie noch nie, "erwachsen", humorvoll, selbstironisch und darstellerisch all seinen Mitspielern gewachsen - und das will etwas heißen. Als Firmenneuling bringt Waititi genau jenen frischen Blick auf das Superhelden-Genre mit, den das oftmals allzu selbstherrliche Marvel Cinematic Universe dringend nötig hat. Immer wieder bricht Waititi das Heldenpathos pointiert auf und findet selbst im Digitalgewitter des Finales noch Zeit für abrupte Ironisierungen. Selbst wenn der gepeinigte Thor am Ende auch ohne seinen Hammer noch ein bisschen die Welt retten darf, sind es Blanchetts grandiose Finsterfrau Hela und die superlässige Valkyrie von Tessa Thompson ("Selma"), die mit dem Film einfach davonlaufen.

Thor Ragnarök (z.d Tag der Entscheidung) ist der 17 Film im MCU.Und somit einer der letzen vor Avengers 3.

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