Behandlung von Hepatitis C soll deutlich günstiger werden

Man habe mit Generikaherstellern den Preis von 120 US-Dollar (103 Euro) für eine zwölfwöchige Therapie mit Sofosbuvir und Daclatasvir verhandelt, gab die Organisation bekannt: "Diese Preissenkungen könnte Millionen Patienten eine Behandlung ermöglichen".

Die Preise für eine Behandlung von Hepatitis-C werden dank kostengünstiger Generika in Zukunft sehr viel erschwinglicher. Zum Auftakt des Welt-Hepatitis-Gipfels im brasilianischen São Paolo erklärt die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, durch Generika sei der Preis für eine Behandlung um ein Vielfaches gesunken. Die 12-Wochen-Behandlung kostete mit den ursprünglichen Preisen der Pharmahersteller Gilead und Bristol-Myers Squibb (BMS) für die USA 147.000 US-Dollar. Im Jahr 2015 musste die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen den Unternehmen noch bis zu 1.800 US-Dollar pro 12-Wochen-Therapie bezahlen. Die Gesamtkosten für die 12-wöchige Behandlung eines Patienten in den USA summierten sich somit ursprünglich auf 147.000 US-Dollar.

Leider verlangen die Hersteller auch in vielen Entwicklungsländern exorbitante Preise für ihre Medikamente. Dadurch werden Programme zu Behandlung ausgebremst und nur wenige Patienten profitieren von den Medikamenten. "Was bringen bahnbrechende neue Medikamente, wenn die Patienten sich die Behandlung nicht leisten können", fragt Jessica Burry, Pharmazeutin der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in der Pressemitteilung. Auch für viele Regierungen wird es schwierig, die Behandlung im öffentlichen Gesundheitssystem zu gewährleisten. Heute kostet die Behandlung mit 120 US-Dollar nur noch einen Bruchteil, dank qualitativ absolut gleichwertiger Generika.

Auf der ganzen Welt gibt es etwa 71 Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis-C. 72 Prozent von ihnen leben in Nationen mit niedrigem und mittlerem Durchschnittseinkommen.

Sofosbuvir und Daclatasvir gehören zu den direkt antiviral wirkenden Arzneistoffen (DAA), die verhindern, dass das Hepatitis-C-Virus sich in der Leber vermehren kann. Fast alle Patienten können mithilfe dieser Präparate vollständig geheilt werden, mit deutlich weniger Nebenwirkungen als zuvor.

Indien versuchte als erstes Land, dieses Dilemma zu umgehen: Es weigerte sich kurzerhand, das Patent von Gilead anzuerkennen, erließ eine Zwangslizenz und stellte einfach selbst Generika her. Gilead reagierte kurz darauf und verkaufte die Lizenz an mehrere indische Unternehmen. Das führt dazu, dass viele Länder die Behandlung nur Menschen in weit fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung ermöglichen. Ganze 69 Millionen Betroffene haben immer noch keinen Zugang zu den für sie so wichtigen Medikamente. Das soll sich mit einer extremen Preissenkung nun ändern. Auch in Ländern wie Australien, Kanada, Italien und den USA wird die Behandlung deshalb beschränkt. Dies erinnert an die Anfänge der Behandlung von HIV. "Die Geschichte wiederholt sich mit Hepatitis C - die Medikamente, die wir benötigen, sind wieder zu teuer, aber wir finden Wege, um die Behandlung erschwinglich zu machen, damit unsere Patienten geheilt werden können", so der Mediziner in der Pressemitteilung.

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