"Paradise Papers": Neue weltweite Steuer-Enthüllungen

Isle of Man

Durch ein weiteres Datenleck haben Journalisten die Steuertricks der Superreichen offen gelegt.

Unter dem Titel "Paradise Papers" werden Geschäftskontakte und Beteiligungen von 120 Politikern weltweit offengelegt.

Auch zu Geschäftspraktiken einiger multinationaler Weltkonzerne liefern die "Paradise Papers" laut "Süddeutscher Zeitung" brisante Informationen.

Besonders in den Fokus wird von der "Süddeutschen Zeitung" und den anderen beteiligten internationalen Medien US-Handelsminister Wilbur Ross gerückt. Wie die ICIJ-Journalisten an die Daten, die auch Firmenregister von 19 Steueroasen enthalten sollen, herangekommen sind, wurde nicht preisgegeben.

Die auf den Bermudas ansässige Anwaltskanzlei Appleby hatte vor wenigen Tagen eingeräumt, dass möglicherweise illegal Datenmaterial dem ICIJ zugespielt worden sei; man habe entsprechende Medienanfragen bekommen. Appleby sprach in dem Zusammenhang nicht von einem Datenleck, sondern von einem "Cyber-Angriff". Die Firma betont, auf legale Offshore-Praktiken zu setzen und im Einklang mit den Gesetzen zu handeln. Sonderermittler Robert Mueller untersucht derzeit mögliche Kontakte der US-Regierung nach Russland im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl und eine mögliche Beeinflussung aus Moskau, um dem Trump-Lager zum Sieg zu verhelfen. Navigator habe seit 2014 mit Sibur Geschäfte im Wert von mehr als 68 Millionen Dollar abgewickelt. Sie sei dem US-Senat offenbar nicht bekannt gewesen, als dieser Ross Anfang 2017 für das Ministeramt bestätigt habe. Ross bestreitet nach Angaben der Zeitung, dass seine Geldanlage Einfluss auf seine Amtsführung habe.

Wie bei den Panama Papers hat die SZ das Datenleak mit dem Recherche-Netzwerk International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) geteilt; am Ende sollen 400 Journalisten von 90 Medien (u.a. auch die BBC, New York Times, The Guardian) aus 67 Ländern an der Recherche und Auswertung der 13,4 Millionen Dokumente in einem Zeitraum von rund einem Jahr mitgearbeitet haben - darunter auch Reporter des NDR und WDR. Zuerst kamen die Panama Papers im Frühjahr 2016. Dabei tauchten die Namen von 140 Politikern oder Politikervertrauten auf, darunter Argentiniens Staatschef Mauricio Macri und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko. In Island führte die Veröffentlichung zum Rücktritt von Ministerpräsident Sigmundur Gunnlaugsson. Die 11,5 Millionen Dateien umfassten E-Mails, Urkunden und Kontoauszüge zu 214 000 Gesellschaften vor allem in der Karibik. So verlor der pakistanische Regierungschef Nawaz Sharif wegen Korruptionsvorwürfen sein Amt. Die Opposition stützte ihre Vorwürfe auch auf Dokumente, die im Zuge der Panama Papers-Enthüllungen aufgetaucht waren.

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