IG Metall für Investitionen statt Stellenabbau bei Siemens

Siemens-Chef Joe Kaeser

Von der "Gesamtverantwortung für den Konzern" spricht Kaeser und von "schmerzhaften Einschnitten", die notwendig seien.

Siemens-Chef Kaeser sieht keine Alternative zu Stellenstreichungen. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 6,2 Milliarden Euro, der um elf Prozent höher ausfiel als 2015/16. Das sei aber nur jenen sechs Divisionen zu verdanken, die ihre Gewinne teils deutlich verbessert haben.

"Wir sind davon überzeugt, dass es weiterhin einen Weltmarkt für große Gasturbinen geben wird", sagte Kaeser. Schwer zur Verunsicherung der Belegschaft beigetragen habe zudem das unkontrollierte Durchsickern der Hiobsbotschaften vor drei Wochen, ohne dass bis heute Klarheit herrscht, wo und in welchem Umfang der Rotstift angesetzt wird.

Dutzende Demonstranten waren am Donnerstagvormittag vor die Firmenzentrale von Siemens nach München gekommen. "Wenn dieses Geschäft eine Zukunft haben soll, dann müssen wir reagieren". Seit Tagen steht der Vorstand wegen seiner Informationspolitik in der Kritik. Er beschreibt Siemens als Technologiekonzern, der die Zeichen der Zeit erkannt habe. Zusätzlich hat der Windturbinenhersteller Siemens Gamesa angekündigt, bis zu 6000 Jobs zu kappen. Offen blieb dabei, wie es die deutschen Standorte im Norden der Republik trifft.

Trotz des Gegenwindes in einigen Bereichen war 2016/17 für Siemens ein Rekordjahr. Die Medizintechniksparte Siemens Healthineers solle weiter wie geplant in der ersten Hälfte des kommenden Jahres an die Börse gebracht werden, der Börsengang werde systematisch voran getrieben. "Die meisten Geschäfte sind so stark wie nie und für das digitale Zeitalter bestens gerüstet", sagt er. Dennoch müssten nun die Kapazitäten reduziert werden.

"Obwohl der Konzern finanziell hervorragend dasteht, werden die Beschäftigten nicht mitgenommen", kritisierte die IG Metall. Der Gewinn nach Steuern kletterte um 10 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Damit liegen die Bayern aber erstmals überhaupt oberhalb der Kraftwerksmargen des US-Erzrivalen General Electric mit rund sieben Prozent. Der Umsatz in der Sparte schrumpfte im vierten Geschäftsquartal um 20 Prozent, das Ergebnis brach um 40 Prozent ein. Wohin die Reise geht, zeigen die um fast ein Drittel geschrumpften Auftragseingänge. Kaeser überlässt es Personalvorstand Janina Kugel, den Stellenabbau zu begründen.

Denn 2018 werde eine neue Führungsstrategie verkündet. Man habe verstanden, "dass Konglomerate alten Zuschnitts keine Zukunft haben", erklärte Kaeser. Was das für Siemens genau bedeutet, werde das Management in den nächsten Monaten diskutieren. Der Umsatz legte von 79,6 Milliarden auf 83 Milliarden Euro zu.

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