Opel-Umbau soll ohne Kündigungen ablaufen

ARCHIV- Zwei Männer gehen am Donnerstag in Rüsselsheim am Gebäude der Internationalen Technischen Entwicklung des Opel Werks vorbei

"Durch die veränderten Rahmenbedingungen kann die Gewinnschwelle von Opel/Vauxhall zukünftig bereits mit 800.000 Fahrzeugen pro Jahr erreicht werden; damit wird ein profitables Geschäftsmodell selbst für wirtschaftlich schwierige Zeiten geschaffen", teilte Opel weiter mit. PSA hatte Opel inklusive des britischen Schwesterunternehmens Vauxhall und der Finanzsparte für 2,2 Milliarden Euro vom US-Autokonzern General Motors übernommen. Auf betriebsbedingte Kündigungen soll verzichtet werden. 2020 will Opel/Vauxhall vier elektrifizierte Modellreihen auf dem Markt haben, dazu zählen der Grandland X PHEV sowie die nächste Corsa-Generation mit einer rein batteriegetriebenen Variante. "Der Anteil der allgemeinen Verwaltungskosten am Umsatz wird von 5,6 Prozent auf 4,7 Prozent sinken", heißt es in der Pressemittteilung. Darüber hinaus werden bis 2020 die Prozesse innerhalb der Produktion sowie der Verwaltung optimiert; Forschungs- und Entwicklungs- sowie Investitionsausgaben (CapEx) werden auf sieben bis acht Prozent vom Fahrzeugumsatz festgelegt. Wie das geschehen soll, dazu wurden keine Angaben gemacht. Insgesamt wird sich die Anzahl der von Opel/Vauxhall verwendeten Pkw-Plattformen bis 2024 von gegenwärtig neun auf zwei verringern. Dank Synergiegeschäfte innerhalb der PSA-Gruppe sollen Kosten ebenso gesenkt werden wie auch bei den neuen Lohnmodellen. "Dies führt zu Skaleneffekten und Synergien, die ihren Beitrag zur Gesamtprofitabilität leisten", erklärt Lohscheller.

Die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit der Werke werde zu neuen Produktvergaben führen, was wiederum der Auslastung für das kommende Jahrzehnt zu Gute kommt. Um Opel wieder flott zu bekommen, setzen die Franzosen stattdessen darauf, so viele Fahrzeuge wie möglich auf gemeinsamen Plattformen zu bauen.

Für die Zielerreichung sieht Pace vor, alle Werke in Europa zu behalten und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, wie Opel mitteilte. Damit wird unsere Zukunft gesichert und zugleich die Entwicklung der Groupe PSA durch deutsche Ingenieurskunst bereichert. Hier entstehen zudem globale Kompetenzzentren für die gesamte Groupe PSA.

Schub soll auch der Vorstoß in neue Märkte außerhalb Europas geben, die Opel unter der bisherigen Mutter Gm bislang erwehrt blieben. Die Umsetzung hat bereits begonnen. Die notwendige und nachhaltige Reduzierung der Lohnkosten solle durch verantwortungsvolle Maßnahmen erreicht werden, wie innovative Arbeitszeitkonzepte, freiwillige Programme oder Angebote für Altersteilzeit.

Heute Vormittag will Opel-Chef Michael Lohscheller der Öffentlichkeit die mit Spannung erwarteten Zukunftspläne des Autobauers vorstellen - zusammen mit dem französischen Neueigentümer, PSA-Chef Carlos Tavares. Die Entwicklung von Brennstoffzellen sowie Assistenzsystemen und Technologien zum automatisierten Fahren sind die ersten Aufgaben für die Entwickler, deren Ergebnisse ab 2022 auf bis zu 20 neuen Exportmärkten fahren sollen. Darüber hinaus würden mittelfristig weltweit weitere Exportchancen geprüft.

"Pace wird für einen sofortigen Leistungsschub sorgen. Davon profitieren das Unternehmen und natürlich auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", sagt Lohscheller.

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