Opel verzichtet auf Kündigungen und wird elektrisch

ARCHIV- Zwei Männer gehen am Donnerstag in Rüsselsheim am Gebäude der Internationalen Technischen Entwicklung des Opel Werks vorbei

Demnach soll Opel binnen drei Jahren in die Gewinnzone geführt werden und ab 2020 eine Marge von zwei Prozent erzielen.

Am Sitz in Rüsselsheim sollen überdies "globale Kompetenzzentren für die gesamte PSA-Gruppe" entstehen.

Durch eine schlankere Produktion und einen gemeinsamen Einkauf sollen bis 2020 jedes Jahr 1,1 Milliarden Euro eingespart werden. Die Umsetzung hat bereits begonnen.

Das Unternehmen will seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern und die Kosten pro Fahrzeug bis ins Jahr 2020 um 700 Euro senken.

"Der Plan verfolgt das klare Ziel, alle Werke in Europa zu behalten und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden", heißt es in der Mitteilung. Bis 2024 werden alle europäischen Pkw-Baureihen elektrifiziert sein - entweder mit reinem Batterieantrieb oder als Plug-in-Hybride neben dem Angebot der Verbrennungsmotoren. Die Effizienz bei Marketingausgaben soll um mehr als 10 Prozent verbessert werden.

Dadurch sollen die Kosten sinken. Die Lohnkosten sollen über Abfindungen, innovative Arbeitszeitkonzepte und Altersteilzeit gesenkt werden, kündigte das vom französischen PSA-Konzern übernommene Unternehmen am Donnerstag in Rüsselsheim an. Ziel ist es zudem, sich beim Verhältnis von Lohnkosten und Umsatz Richtung Branchenbenchmark zu entwickeln. "Alle Teams sind fest entschlossen, die Ziele zu erreichen", sagte Opel-Chef Lohscheller. Als erste Aufgabenfelder sind die Entwicklung von Brennstoffzellen, ausgewählten Assistenzsystemen und Technologien zum automatisierten Fahren vorgesehen. Darüber hinaus findet eine Reduzierung bei den Antriebs-Familien von aktuell zehn auf vier statt.

Komplexität reduziert wird auch bei Plattformen und Antrieben. Zudem ergänzte er, dass Opel/Vauxhall schneller als bisher erwartet zur PSA-Architektur wechseln werde. Als nächste Modelle starten der Combo 2018 sowie die Neuauflage des Bestsellers Corsa 2019. Alle Karosserievarianten betrachtet, wird Opel/Vauxhall bis zum Jahr 2020 insgesamt neun neue Modelle auf den Markt bringen.

Für das Wachstum der gestärkten und weiter profilierten Marken Opel und Vauxhall werden zusätzliche Maßnahmen sorgen: Über die Financial Services von Opel und Vauxhall werden für die Kunden neue, attraktive Finanzierungsmöglichkeiten sowie Full-Service-Leasingangebote verfügbar sein.

"Dies ist ein großer Tag für Opel", sagte der neue Opel-Chef Michael Lohscheller. Darüber hinaus würden mittelfristig weltweit weitere Exportchancen geprüft.

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